ERIC – Enhanced Recovery after Intensive Care

  • Themenfeld: Versorgungsmodelle unter Nutzung von Telemedizin, Telematik und E-Health
  • Bundesland: bundesweit
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

In Deutschland werden jährlich 2,1 Millionen Patienten auf Intensivstationen behandelt. In vielen Fällen erholen sich die Betroffenen nicht und leiden unter den Folgen. Mediziner sprechen vom „Post-Intensive Care Syndrome“.

Ziel des Projektes „Enhanced Recovery after Intensive Care“ (ERIC) ist es, diese Langzeitfolgen einer intensivmedizinischen Behandlung zu verringern. Dafür wird eine zentrale E-Health-Plattform aufgebaut, die die Kommunikation und die Datenerfassung der beteiligten Krankenhäuser verbessert und in einem telemedizinischen Zentrum bündelt. Es werden unter anderem tägliche Televisiten durchgeführt, in der die teilnehmenden Ärzte und Pflegekräfte über Video standortunabhängig miteinander kommunizieren. Im Mittelpunkt steht die Implementierung von Qualitätsindikatoren zur intensivmedizinischen Behandlung, die über die E-Health-Plattform automatisch erhoben und ausgewertet werden. Die Plattform dient dazu, akute stationäre und nachgeschaltete Versorgungsstrukturen wie Reha-Zentren oder Hausärzte miteinander zu vernetzen. Die Qualitätsindikatoren liefern dabei wichtige Hinweise zur Ermittlung und Steuerung des sogenannten rehabilitativen Potenzials der Patienten: Sie zeigen auf, welche Reha-Maßnahmen zum jetzigen oder späteren Zeitpunkt sinnvoll sind und wo Ressourcen effizient eingesetzt werden können. Die Qualitätsindikatoren und -ziele orientieren sich an den Bedürfnissen der Patienten und Angehörigen. Nach einer 18 monatigen Erprobungszeit wird das Projekt evaluiert. Dabei wird geschaut, wie die neue Versorgungsform eingesetzt wurde, ob sie das Behandlungsergebnis verändert hat und ob es einen Effekt auf die Langzeitfolgen gibt. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 6,8 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall ist die neue Versorgungsform bundesweit auf andere Regionen übertragbar. Die Qualitätsindikatoren sind nicht fachspezifisch, unterliegen einem kontinuierlichen interdisziplinären Verbesserungsprozess entsprechend der vorhandenen Evidenz und können prinzipiell in allen intensivstationären Versorgungsszenarien eingesetzt werden.

Ansprechpartner

Frau Prof. Dr. Claudia Spies
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Klinik für Anästhesiologie
Charitéplatz 1
10117 Berlin
0049 30 450-551102
claudia.spies@charite.de

Konsortialpartner

Universität München, Technische Universität Berlin, Fraunhofer FOKUS, Ernst von Bergmann Klinik Bad Belzig gGmbH, BARMER GEK