Familien-SCOUT – Sectoren- und phasenübergreifende Unterstützung für Familien mit krebserkranktem Elternteil

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Wenn ein Elternteil mit minderjährigen Kindern an Krebs erkrankt, sind alle Familienmitglieder, auch die Partner und Kinder, stark belastet. Häufig gehen vertraute Alltagsabläufe schon früh und für lange Zeit verloren. Finanzielle Engpässe, die Bedrohung durch den ungewissen Krankheitsverlauf und die Sorge um die Zukunft der Kinder addieren sich. So kommen die betroffenen Familien organisatorisch und emotional an ihre Grenzen. Die Belastung wird unterschätzt und es kommt häufig zu psychischen Folgeerkrankungen bei allen Familienmitgliedern. Oft haben sie nicht ausreichend Zugang zu Unterstützung.

Ziel dieses Projektes ist es, ein Versorgungsmanagement zu schaffen, das Familien mit minderjährigen Kindern, in denen ein Elternteil schwer erkrankt ist, unterstützt. Um die Belastung der Familien zu vermindern, sollen sogenannte Familien-Scouts eingesetzt werden, die frühzeitig mit Beratung und Information zur Seite stehen. Sie sollen die Familien zu offenen Gesprächen ermutigen und den Zugang zu allen Unterstützungsangeboten ermöglichen.

Im Projekt wird evaluiert, ob mit Zeit der durch den Einsatz von Familien-Scouts die Belastung der Familie - im Vergleich zu Familien ohne Familien-Scout - sinkt. Dafür werden Untersuchungen vor und nach dem Einsatz der Familien-Scouts durchgeführt. Als Datengrundlage dienen etablierte Fragebögen, Interviews und Routinedaten der teilnehmenden Krankenkassen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 2,8 Millionen Euro gefördert.

Es ist explizit Bestandteil des Projektes, die Maßnahme und die damit verbundenen Erkenntnisse auf vergleichbare Regionen auszuweiten. Die Voraussetzungen und die fördernden sowie hemmenden Faktoren für eine Ausweitung werden während des Projekts eruiert. Im Erfolgsfall können die Ergebnisse auch auf andere schwere Erkrankungen von Eltern minderjähriger Kinder übertragen werden.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Tim Henrik Brümmendorf
Universitätsklinikum Aachen
Euroregionales Comprehensive Cancer Center Aachen (ECCA)
Pauwelsstr. 30
52074 Aachen
0049 241 8089806
tbruemmendorf@ukaachen.de

Konsortialpartner

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie; Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie; Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Medizinische Klinik und Poliklinik III, Abteilung für Onkologie, Hämatologie Immunonkologie und Rheumatologie; AOK Rheinland/Hamburg; Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Nordrhein-Westfalen