FARKOR – Vorsorge bei familiärem Risiko für das kolorektale Karzinom (KRK)

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Bundesland: Bayern
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Darmkrebs, oder in der Fachsprache kolorektales Karzinom, ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern die zweithäufigste bösartige Krebserkrankung und auch die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Immer mehr jüngere Menschen erkranken an Darmkrebs: Jede zehnte Neuerkrankungen wird in Deutschland bei unter 55 jährigen entdeckt. Besonders gefährdet sind Personen, in deren Familien Darmkrebs vermehrt auftritt. In Deutschland steht gesetzlich Versicherten jedoch erst ab dem 50. Lebensjahr der Test auf Blut im Stuhl und ab dem 55. Lebensjahr die Darmspiegelung (Koloskopie) als Krebsfrüherkennungsmaßnahmen zur Verfügung. Die Berechtigung zur Darmkrebsfrüherkennung ist damit ausschließlich an die genannte Altersbegrenzung gebunden.

Im Projekt FARKOR sollen Menschen mit einem familiär erhöhten Darmkrebsrisiko in Bayern bereits früh - im Alter von 25 bis 50 Jahren - identifiziert werden. Um möglichst viele familiär Belastete frühzeitig erkennen zu können, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen. So werden neu an Darmkrebs Erkrankte durch ihre Krankenkasse schriftlich über das erhöhte Risiko erstgradig Verwandter informiert, Patienten zwischen 25 und 50 Jahren werden systematisch von Ärzten nach Darmkrebserkrankungen in der Familie gefragt und es werden neue Möglichkeiten geschaffen, damit sich die Menschen auch selbst über ihr individuelles Erkrankungsrisiko informieren können. Ziel des Projekts ist es, familiär mit Darmkrebs belasteten Menschen eine risikoangepasste Darmkrebsvorsorge anzubieten und damit die Sterblichkeit von Darmkrebs bei den unter 50jährigen zu senken. Eine gesundheitsökonomische Kosten-Nutzen-Analyse des neue eingeführten Programms soll zeigen, ob dadurch insgesamt auch Kosten gespart werden können. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. elf Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das vorliegende Konzept auch auf andere Bundesländer übertragen werden. Denkbar wäre auch eine Ausweitung auf weitere familiär gehäuft auftretende Krebserkrankungen.

Ansprechpartner

Ursula Chmiela
Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB)
Elsenheimerstr. 39
80687 München
0049 8957 0933492
ursula.chmiela@kvb.de

Konsortialpartner

AOK Bayern; Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek); BKK Landesverband Bayern; Knappschaft; Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) der Universität München (LMU); Felix Burda Stiftung