FLS-CARE – Fracture Liaison Service (FLS) zur Implementierung einer integrierten Versorgungsstruktur zur Vermeidung von Osteoporose-bedingten Folgefrakturen

  • Themenfeld: Versorgungsmodelle für spezifische Krankheiten/Krankheitsgruppen
  • Bundesland: Bayern
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Im Jahr 2010 gab es in Deutschland 725.000 Osteoporose-assoziierte Knochenbrüche. Die Behandlungs- und Folgekosten beliefen sich auf ca. neun Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte der Patienten erlitten nach dem ersten Knochenbruch (Fraktur) einen Folgebruch mit daraus resultierenden Krankenhausaufenthalten und Operationen. Studien zu Hüftfrakturen zeigen, dass zwischen 30 und 80 Prozent der Folgebrüche in den zwei bis vier Jahren nach dem ersten Bruch durch eine gezielte Osteoporose Therapie und wirksame Vorbeugemaßnahmen vermieden werden konnten.

Im Projekt FLS-CARE stellt ein Netzwerk aus Ärzten, Pflegekräften und Physiotherapeuten sicher, dass im Krankenhaus eingeleitete Maßnahmen gegen Frakturen in der ambulanten Versorgung fortgeführt werden. Die Überleitung der Patienten in den niedergelassenen Bereich wird durch eine Pflegekraft koordiniert. Diese begleitet und berät den Patienten, schult diesen in der Vermeidung von Stürzen und stimmt sich eng mit den behandelnden Ärzten ab. Unterstützt wird die Pflegekraft durch eine IT-Plattform. Etwa 1.200 Männer ab 60 und Frauen ab 50 Jahren mit Osteoporose-bedingter Hüft-Fraktur sollen in 18 Kliniken in die Studie eingeschlossen werden. In neun Kliniken nehmen die Patienten an der neuen Behandlungsform teil. In den neun anderen Kliniken erhalten sie die Standardversorgung. Für beide Patientengruppen wird verglichen, wie oft es zwei Jahre nach der Hüft-Fraktur zu einer weiteren Fraktur gekommen ist. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 3,2 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können durch FLS-CARE die Häufigkeit von Folgebrüchen und Stürzen verringert und die Behandlungskosten gesenkt werden. Gleichzeitig soll die Anzahl der Patienten, die eine Osteoporose-therapie erhalten und diese befolgen, gesteigert werden. In der Konsequenz kann dies zu einer geringeren Sterblichkeit und höheren Lebensqualität der Osteoporose-Patienten führen.

Kontakt

Prof. Dr. Wolfgang Böcker & Prof. Dr. Christian Kammerlander
Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
Klinikum der Universität München
Marchioninistraße 15
81377 München
+49 89 440073500
Wolfgang.Boecker@med.uni-muenchen.de
Christian.Kammerlander@med.uni-muenchen.de

Konsortialpartner

AUC-Akademie der Unfallchirurgie GmbH, DAK-Gesundheit, sd health GmbH, Techniker Krankenkasse, IKK classic, Ludwig-Maximilians-Universität München