HI-PLUS – Bedarfsoptimierte Versorgung durch nichtärztliches Fachpersonal und Herzinsuffizienz eHealth-Plattform

Projektbeschreibung

Die Zahl der Menschen, die an einer chronischen Herzinsuffizienz (Herzschwäche; HI) leiden, wächst stetig und betrug in Deutschland im Jahr 2017 etwa 2,5 Millionen. Herzinsuffizienz ist seit einem Jahrzehnt der häufigste Grund für eine Krankenhausaufnahme und damit ein relevanter gesundheitsökonomischer Faktor.

HI-Plus nimmt in einer Cluster-randomisierten Studie sektorenübergreifend die bedarfsorientierte Versorgung herzinsuffizienter Patientinnen und Patienten in den Blick. In der Kontrollgruppe kommt die Regelversorgung zur Anwendung. In der Interventionsgruppe werden beim niedergelassenen Kardiologen die Versorgungsprozesse durch den zusätzlichen Einsatz einer Fachkraft unterstützt, der sog. spezialisierten HI-Assistenz. Diese monitoriert und dokumentiert auf einer internetbasierten eHealth-Fallakte. Über diese können auch externe telemedizinische Geräte bedarfsadaptiert angeschlossen werden. Ziel ist die Verbesserung der Versorgungsqualität und -effizienz, u. a. gemessen an der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten (primärer Endpunkt der Evaluation). Daneben zielt die neue Versorgungsform auf eine optimierte Zusammenarbeit innerhalb und zwischen verschiedenen Versorgungsbereichen und -einrichtungen sowie Berufsgruppen ab. Das Projekt nimmt zudem eine gesundheits-ökonomische Bewertung vor und erfasst die Zufriedenheit von Patientinnen und Patienten sowie Versorgern. Das Projekt wird für drei Jahre mit ca. 3,3 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann die neue Versorgungsform in die Regelversorgung übernommen werden. Langfristig kann die Versorgung dieser Patientengruppe verbessert und können Krankenhausaufenthalte reduziert werden. Vor allem im ländlichen Raum lässt sich dank des neuen Behandlungsansatzes ein positiver Effekt auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz erwarten.

Konsortialpartner

Deutsche Stiftung für chronisch Kranke, Julius-Maximilians-Universität Würzburg