InDePendent – Interprofessionelle Demenzversorgung: Aufgabenneuverteilung zwischen Ärzten und qualifizierten Pflegefachpersonen in der häuslichen Versorgung

Projektbeschreibung

Derzeit leben 1,7 Millionen Menschen mit Demenz (MmD) in Deutschland. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit steigt dabei mit höherem Alter stark an. Gegenwärtig existiert keine kurative Behandlung der Demenz. Das Fortschreiten der Erkrankung führt daher zu einem hohen Versorgungsbedarf, dessen Komplexität das Gesundheitssystem bei vielen Betroffenen nicht umfassend befriedigen kann. Bislang erhält deshalb nur eine Minderheit der MmD eine optimale, bedarfsgerechte und leitlinienkonforme Versorgung.

Ziel der InDePendent Studie ist es, durch eine Aufgabenneuverteilung zwischen Hausärzten und Pflegefachkräften die Lebens- und Versorgungssitutation von MmD in der Häuslichkeit zu verbessern. Dabei sollen demenz-spezifisch qualifizierte Pflegefachpersonen (PFP) Tätigkeiten übernehmen, die bisher typischerweise vom ärztlichem Personal ausgeführt werden, wie z. B. einfache Assessments, Abstimmungen mit den beteiligten Professionen (z. B. Physio-, Ergo- und Logotherapie) oder die Verschreibung von Heil- und Hilfsmitteln. Die PFP werden in fünf Ärztenetzen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen eingesetzt. In jedem Netz erfolgt eine Randomisierung der Arztpraxen in die Kontrollgruppe, in der weiterhin die übliche Versorgung geleistet wird, bzw. in die Interventionsgruppe, in der die Aufgabenneuverteilung zwischen Hausärzten und Pflegefachpersonen erfolgt. Zu Beginn der Studie sowie nach zwölf Monaten wird die Lebens- und Versorgungssituation der Patienten erfasst und im Anschluss die Unterschiede zwischen beiden Gruppen identifiziert. Das primäre Outcome stellen dabei die ungedeckten Bedarfe der Patienten dar. Das Projekt wird für 3,5 Jahre mit insgesamt ca. 4,3 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall soll die neue Versorgungsform in die Regelversorgung überführt werden. Die Übertragbarkeit der neuen Versorgungsform auf andere Regionen sowie weitere Patientengruppen ist gegeben und eine bundesweite Ausweitung des Versorgungsmodells nach Projektende wird angestrebt.

Konsortialpartner

Universitätsmedizin Greifswald / Institut für Community Medicine, Abt. Versorgungsepidemiologie & Community Health, Techniker Krankenkasse/Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, Demenz-Netzwerk-Uckermark e. V., Universitätsmedizin Rostock, GNEF Gesundheitsnetz Frankfurt am Main eG, HaffNet, AOK Nordost – Die Gesundheitskasse