IP-Wunde – Infrastruktur und Prozesse für optimierte Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden - dezentral und regelversorgungsnah in Bremen

Projektbeschreibung

Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Wunden ist oft komplex. Nicht immer wird die Krankheitsursache mitbehandelt, und/oder es ist nicht möglich, Spezialisten hinzuzuziehen. Die Folge sind unnötig lange Behandlungsverläufe, Schmerzen, Heilungsstörungen wie Infektionen und im schlimmsten Fall sogar Amputationen. Betroffene leiden unter erheblichen Belastungen und Einschränkungen der Lebensqualität, der Selbständigkeit und des sozialen Lebens. Zudem entstehen hohe und vermeidbare Kosten für das Gesundheitssystem.

Das Projekt IP-Wunde soll neue Infrastrukturen und Prozesse schaffen, die eine fachübergreifende, abgestimmte Wundversorgung ermöglichen. Vernetzung, digitale Unterstützung und stärkere Patientenorientierung sollen zu einer zielgerichteten Therapie mit besseren Heilungsergebnissen und höherer Kosteneffizienz führen. Hierzu wird ein Netzwerk aufgebaut, das die beteiligten Ärztinnen und Ärzte sowie Praxisassistenzen einbindet. Die Versorgung wird über eine IT-Plattform mit digitalen Wundfallakten, Online-Sprechstunden und Video-Fallkonferenzen interdisziplinär koordiniert. Die Patientinnen und Patienten erhalten Zugriff auf ihre Fallakte, werden aktiv in den Versorgungsprozess einbezogen und an Entscheidungen beteiligt.

Mittels einer clusterrandomisierten, kontrollierten Studie vergleichen die Forschenden verschiedene Endpunkte in der Kontroll- und der Interventionsgruppe. Hierzu zählen u. a. Entwicklung der Wundgröße, Schmerzen, Zeit bis zum Wundverschluss, entstandene Kosten, subjektive Lebensqualität der Patientinnen und Patienten sowie Zufriedenheit der Leistungserbringer mit dem Programm. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 5,5 Millionen Euro gefördert.

Das Programm wird zunächst in Bremen ausgerollt und kann im Erfolgsfall auf andere Regionen ausgeweitet werden. Die Strukturen können auch auf andere Erkrankungen oder Patientengruppen übertragen werden, für die eine digitale Steuerung interdisziplinärer Versorgungsteams erforderlich ist.

Konsortialpartner

AOK Bremen/Bremerhaven, IVP Networks GmbH, Universität Bremen