NPPV – Verbesserte Versorgung psychischer und neurologischer Erkrankungen

  • Themenfeld: Versorgungsmodelle für spezielle Patientengruppen
  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Psychische und neurologische Erkrankungen sind häufig, verursachen großes menschliches Leid und enorme Kosten durch Klinikaufenthalte, Arbeitsausfälle, Frühverrentung und die teilweise notwendige lebenslange Betreuung. Schnelle und richtige Hilfe kann Schlimmeres verhindern und den Patienten helfen, einen geregelten Alltag zu führen.

Das Projekt NPPV erprobt eine gestufte und koordinierte Versorgung von Menschen mit bestimmten psychischen und neurologischen Erkrankungen, wie beispielsweise Depression oder Schlaganfall, in der Region Nordrhein. Der Patient wird nach einer Eingangsuntersuchung über einen Bezugsarzt oder -therapeuten in die passende Versorgung geführt. Eine zentrale Koordinierungsstelle mit regionalen Netzwerkmanagern unterstützt die lokalen Ärztenetze bei der Patientensteuerung und erläutert diesen die neuen Versorgungsangebote und Behandlungspfade. Hierdurch sollen lange Wartezeiten auf Erstuntersuchungen und Behandlungstermine sowie die ungesteuerte Inanspruchnahme psychotherapeutischer und fachärztlicher Leistungen vermieden werden. Schnelle und häufigere Behandlungstermine im Vergleich zur Regelversorgung sollen einer Chronifizierung vorbeugen. Eine gemeinsame Informations- und Kommunikationsstruktur ermöglicht allen teilnehmenden Ärzten über die Behandlung informiert zu sein. Abschließend wird bewertet, ob sich die neue Versorgungsform verglichen mit der Regelversorgung bewährt hat. Sind beispielsweise die Wartezeiten für Erstkontakt und Therapiebeginn kürzer? Oder gibt es weniger Therapieabbrüche und eine höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität? Zudem wird geprüft, inwieweit stationäre Aufenthalte und Arbeitsunfähigkeitstage verringert werden konnten. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 13 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann diese neue Versorgungsform bundesweit in unser Gesundheitssystem eingebaut werden. Auf Bundesebene könnten rund 460.000 Versicherte profitieren.

Ansprechpartner

Herr Dr. med Karlheinz Großgarten
Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Tersteegenstr. 9
40474 Düsseldorf
0049 211 59708910
karlheinz.grossgarten@kvno.de