Optimal@NRW – Optimierte Akutversorgung geriatrischer Patienten durch ein intersektorales telemedizinisches Koopertionsnetzwerk – rund um die Uhr

Projektbeschreibung

Eine besondere Herausforderung des demographischen Wandels ist die adäquate Versorgung pflegebedürftiger geriatrischer Personen. Eine zeitnahe Akutversorgung kann insbesondere in ländlicheren Regionen nicht immer gewährleistet werden, wodurch zu kostenintensive und inadäquate Krankenhausaufenthalte verursacht werden. Im Durchschnitt verbringen Pflegebedürftige 21,7 Tage pro Jahr im Krankenhaus, meist ohne, dass es medizinisch notwendig wäre.

Das Projekt Optimal@NRW greift diese Problemstellung auf und entwickelt einen neuen intersektoralen Ansatz für die Akutversorgung pflegebedürftiger geriatrischer Personen, welcher die Implementierung von Frühwarnsystemen, Telekonsultationssystemen und einer sektorenübergreifenden digitalen Behandlungsdokumentation in 25 Altenpflegeheimen in der Region Aachen umfasst. Dabei werden die geplanten Änderungen in der Notfallversorgung aufgegriffen und um einen „virtuellen digitalen Tresen“ ergänzt, der seitens der Uniklinik RWTH Aachen gemeinsam mit der KV Nordrhein rund um die Uhr betrieben wird. Somit soll eines der zentralen Projektziele, die Vermeidung inadäquater Krankenhauseinweisungen bei ambulant-sensitiven Krankenhausfällen (ASK) erreicht werden und die medizinische Versorgung bedarfsgerecht erfolgen. Die Evaluation auf der Ebene der Pflegeheime erfolgt im Rahmen einer cluster-randomisierten Studie in Form des Stepped-Wedge-Designs. Innerhalb des ambulanten Sektors ist eine Pilotstudie geplant, welche das Potenzial der Intervention in diesem Sektor erforscht. Konkrete medizinische Fragestellungen sowie die Auswertung von ethischen und anwenderbezogenen Aspekten sind weitere Stränge der Evaluation. Das Projekt wird über vier Jahre mit insgesamt ca. 14,9 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann die neue Versorgungsform durch den offenen digitalen Ansatz problemlos auf andere Städte und ländliche Regionen sowie auf weitere Zielgruppen übertragen werden. Eine Überführbarkeit in die Regelversorgung ist aufgrund des modularen Charakters gegeben.

Konsortialpartner

BARMER, DAK-Gesundheit, IKK classic, Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, Techniker Krankenkasse, Universität Bielefeld, Itertalklinik Seniorenheim GmbH & Co. KG, Senioren- und Pflegezentrum St. Antonius gGmbH, carpe diem Gesellschaft, JH Consulting GmbH, Betreuungszentrum Arche Noah KG, Wohn- und Pflegeheim Maria Hilf Burg Setterich GmbH, Wohnanlagen für Senioren und Behinderte der „An der Zitadelle Jülich GmbH“