OrthoKids – Ergänzende orthopädische Vorsorgeuntersuchung für Kinder zur Vermeidung von dauerhaften Skelettdeformitäten

Projektbeschreibung

Die Entwicklung des kindlichen muskuloskelettalen Systems durchläuft mehrere Entwicklungsphasen und befindet sich zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr in einer sensiblen Wachstums- und Wandlungsphase. Als Bestandteil der U-Untersuchung wird das Skelettsystem vom Kinder- und Jugendarzt überprüft; eine fachspezifische Vorsorgeuntersuchung durch einen Orthopäden ist dabei in der Regelversorgung bisher nicht vorgesehen. Ein Drittel aller Verkrümmungen der Wirbelsäule, in der Fachwelt Skoliose genannt sowie andere Skelettdeformitäten werden aber bei den herkömmlichen Verlaufsuntersuchungen nicht entdeckt; es entsteht eine Versorgungslücke.

Das Projekt OrthoKids prüft die Einführung einer zusätzlichen orthopädischen Vorsorgeuntersuchung für Kinder und Jugendliche zur Früherkennung und frühzeitigen Behandlung von Skelettdeformitäten an Fuß und Beinachsen, Hüfte und Wirbelsäule. Werden Fehlbildungen früh genug erkannt, ist es möglich, diese auch ohne operative Korrekturmaßnahmen zu beheben. Den betroffenen Kindern bleiben damit Folgeprobleme erspart, so etwa Folgeoperationen oder Gelenkerkrankungen wie Arthrose. Das Projekt umfasst zusätzlich die Entwicklung einer Smartphone-App, die ein Präventionsangebot und weitere Informationen für betroffene Patientinnen und Patienten zugänglich macht.

Die zentrale Zielsetzung von OrthoKids ist die Aufdeckung zusätzlicher Skelett-Fehlbildungen (Deformitäten), um diese frühzeitig einer bedarfsgerechten Behandlung zuführen zu können. Hierfür sollen innerhalb von 18 Monaten Patientinnen und Patienten im Alter zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr in einem Screening erfasst und bei entdeckten Auffälligkeiten der Behandlungsfortschritt nach einem Jahr überprüft werden. Die im Projektverlauf erkannte Anzahl an Deformitäten soll mit Krankenkassendaten zur Anzahl an Fehlbildungen unter Jugendlichen im gleichen Alter aus einem früheren Zeitraum verglichen werden. Das Projekt wird für vier Jahre mit rund 5,1 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann die fachspezifische Untersuchung als zusätzliche U-Untersuchung durch Fachärztinnen und Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie in das bisherige Angebotsspektrum im Rahmen der Regelversorgung aufgenommen werden. Neben einer Entlastung der betroffenen Patienten könnte dies auch die Versicherungsträger mittel- bis langfristig entlasten.

Konsortialpartner

Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V., Klinikum der Landeshauptstadt Stuttgart gKAöR,Universität zu Köln