SCHMERZ-NETZ – Kinderschmerztherapie vernetzt: Sozialmedizinische Nachsorge für schwer chronifizierte pädiatrische Schmerzpatienten

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Kinder und Jugendliche mit invalidisierenden chronischen Schmerzen haben ein erhöhtes Risiko einer beeinträchtigten sozialen und emotionalen Entwicklung. Nur eine erfolgreiche Behandlung kann dieser negativen Entwicklung entgegenwirken und dabei die Kosten für das Gesundheitssystem und die Gesellschaft verringern. Die derzeit beste Therapie für Kinder und Jugendlichen mit invalidisierenden chronischen Schmerzen ist eine interdisziplinäre und multimodale Schmerztherapie. Diese Therapie wird für schwer beeinträchtigte Betroffene stationär - kurz und intensiv - durchgeführt. Im Anschluss müssen die Kinder und Jugendlichen das Gelernte allerdings in ihrem Alltag umsetzen. Das überfordert die Betroffenen oft. Die Folge: Empfehlungen werden nicht umgesetzt und der Behandlungserfolg ist gefährdet.

Hier setzt das Projekt SCHMERZ-NETZ an: Ausgebildete Nachsorgeteams kümmern sich um die Kinder und Familien in dieser kritischen Phase unmittelbar nach der Krankenhausentlassung. Sie unterstützen die Betroffenen und ihre Angehörigen in ihrem Alltag vor Ort. Sie koordinieren notwendige Arztbesuche und fungieren als Gesundheitscoach, der die Kinder und ihre Familien im persönlichen Kontakt dazu motiviert, die Empfehlungen nach der stationären Schmerztherapie umzusetzen. Diese besondere Form der Nachsorge wird in drei teilnehmenden Kliniken evaluiert und verglichen mit der regulären Versorgung. Dabei werden die Unterschiede bei der Schmerzentwicklung, der Beeinträchtigung im Alltag oder der Anzahl an Fehltagen in der Schule analysiert. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,3 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall leiden weniger Kinder und Jugendliche unter anhaltenden chronischen Schmerzen, die Kosten für das Gesundheitssystem reduzieren sich und die Betroffenen sind gesünder. Ein Behandlungsmanual wird die Arbeit des Nachsorgeteams erläutern. Eine Übertragung auf weitere Kliniken, auch international, ist möglich.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Boris Zernikow
Deutsches Kinderschmerzzentrum/Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln
Dr. Friedrich-Steiner-Str. 5
45711 Datteln
0049 2363 975187
b.zernikow@kinderklinik-datteln.de

Konsortialpartner

Kinderschmerzzentrum Baden-Württemberg Klinikum Stuttgart; Bayerisches Kinderschmerzzentrum Klinikum Augsburg; Barmer Krankenkasse