STAUfrei – Prästationäre Detektion und Sanierung zur Vermeidung von STaphylococcus AUreus Komplikationen bei elektiven Patienten

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Bundesland: Baden-Württemberg
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Während eines stationären Aufenthalts und vor allem bei Interventionen besteht ein besonders hohes Risiko, sich mit den Bakterienstämmen MRSA und MSSA zu infizieren. Wenn diese Bakterien in offene Wunden kommen, kann dies verlängerte stationäre Krankenhausaufenthalte, einen gesteigerten Antibiotikaverbrauch sowie zusätzliche Arztbesuche nach sich ziehen. Studien belegen, dass bis zu 90 Prozent der in Kliniken auftretenden Errregern von Patienten mitgebracht werden.

Ziel des STAUfrei-Projekts ist es, die Übertragung von MRSA/MSSA beim Übergang zwischen ambulantem und stationärem Sektor zu vermeiden.

Das Projekt wird im Landkreis Heidenheim durchgeführt. Alle teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte sowie nichtärztliches Personal werden im Bereich Hygiene und Erregerprävention geschult. Vor einem geplanten Eingriff im Krankenhaus werden alle Patienten durch die niedergelassenen Ärzte auf MRSA- und MSSA-Bakterienstämme untersucht. Bei positiver Befundlage erfolgt zunächst eine ambulante Bekämpfung der Keime. Es wird ein Patientenpass ausgehändigt, auf dem die Testeergebnisse eingetragen werden. Nach dem Klinikaufenthalt erfolgt eine Überleitung der Betroffenen mit detaillierten Informationen für den Nachbehandler. Hier wird eine ambulante Fortführung der Wundkontrolle und MRSA-Behandlung durchgeführt. Darüber hinaus werden durch das Landratsamt Heidenheim Informationsmaterialien zur Vermeidung und Therapie von MRSA/MSSA erstellt, die über ambulante Arztpraxen verteilt werden.

Die Maßnahmen sollen bei mehr als 4.000 Patientinnen und Patienten durchgeführt werden. Eine Kontrollstudie prüft die Wirksamkeit des Programms. Das Projekt wird für drei Jahre mit einer Summe von ca. 2,8 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall wird durch die flächendeckenden Schulungen die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Erregerbesiedlung erheblich verbessert und der Erregereintrag in Kliniken vermindert. Dadurch können unnötige Krankenhaustage verringert und die Kooperation zwischen ambulanten und stationären Leistungserbringern verbessert werden.

Ansprechpartner

Privatdozent Dr. Martin Grünewald
Medizinische Klinik I
Onkologie und Gastroenterologie mit Hämatologie, Hämostaseologie, Diabetologie, Infektiologie, Palliativmedizin und Labor
Schlosshausstraße 100
89522 Heidenheim
0049 7321 332665
martin.gruenewald@kliniken-heidenheim.de

Konsortialpartner

Kliniken Heidenheim gGmbH; AOK Baden-Württemberg; BKK Landesverband Süd; Kassenärztliche Vereinigung  Baden-Württemberg; Landratsamt Heidenheim, Fachbereich Gesundheit; Steinbeis-Hochschule Berlin GmbH, Stiftungslehrstuhl für Gesundheitsökonomie; Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und interprofessionelle Versorgung, Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Institut für Klinische Epidemiologie und Angewandte Biometrie