STAY@HOME-TREAT@HOME – Aufbau eines telemedizinisch unterstützten transsektoralen Kooperationsnetzwerkes von der Nachbarschaftshilfe bis zur Notfallversorgung für ambulante Pflegeempfangende

Projektbeschreibung

Durch den demographischen Wandel wächst die Zahl der ambulant gepflegten Menschen, z. B. wurden in Berlin seit 2019 rund 38.500 ambulant betreute Pflegeempfangende erfasst. Bei diesen Menschen tritt häufig ein akuter Behandlungsbedarf auf, der zu einer Notfallaufnahme bzw. Krankenhauseinweisung führt. Studien bei Pflegeheimpatienten zeigen, dass bei bis zu 30 Prozent der Fälle keine Behandlungen in der Notaufnahme bzw. Krankenhaus notwendig wären, wenn gesundheitliche Veränderungen der Pflegeempfangenden frühzeitig erkannt, kommuniziert und eine ärztliche Einschätzung und Behandlung zeitnah organisiert würden. Für den ambulanten Bereich ist von ähnlichen Raten auszugehen.

Ziel des Projekts STAY@HOME-TREAT@HOME ist, die Gesundheit der Betroffenen zu stärken und die Zahl ungeplanter Krankenhausaufnahmen zu reduzieren. Dazu wird ein telemedizinisches Netzwerk für eine lückenlose, rund um die Uhr erfolgende ambulante Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Berlin etabliert. Dieses ermöglicht den Betroffenen, niedrigschwellig einen Hilferuf an eine Leitstelle zu melden und den Leistungserbringern, mit neuen abgestuften Maßnahmen zu reagieren: z. B. die Einbindung des Bereitschaftsdienstes (116 117) statt der Rettungsleitstelle (112) oder bei medizinisch weniger schwerwiegenden Problemen die Einbindung einer Hilfsorganisation vor Ort.

Für die Studie werden 1.500 ambulante Pflegeempfangende an das neue telemedizinische Netzwerk angebunden. Um den Nutzen der Intervention zu untersuchen, werden die ausgewählten Personen mit einer Kontrollgruppe von Nicht-Teilnehmenden verglichen mit einem Fokus auf der Zahl von Notfalleinsätzen, Krankenhausbehandlungen, Behandlungskosten und Lebensqualität. Das Projekt wird für vier Jahre mit ca. neun Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall verbessert sich die Gesundheit der ambulant betreuten Pflegeempfangenden durch die frühzeitige und vernetzte Intervention und es verringern sich die Gesundheitsausgaben, auch durch die Reduktion von dann nicht mehr notwendigen Notfalleinsätzen und Krankenhausaufnahmen.

Konsortialpartner

GWQ ServicePlus AG, Hausarztpraxis Landgraf, iDoc Institut für Telemedizin und Gesundheitskommunikation GmbH & Co. KG, Institute for Health Care Systems Management e. G., Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., Kassenärztliche Vereinigung Berlin, Malteser Hilfsdienst gGmbH, Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung