TELEMENTOR COPD – TELEMEdizinisches moNiTORing für COPD-Patienten

Projektbeschreibung

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine Krankheit, bei der die Lunge dauerhaft geschädigt ist. Die Krankheit entwickelt sich über mehrere Jahre. Im fortgeschrittenen Stadium leiden die Betroffenen unter schwerer Atemnot. Mehr als fünf von hundert Deutschen leiden an COPD; sie zählt hierzulande damit zu den häufigsten Erkrankungen. Eine plötzliche Verschlechterung des Krankheitszustands, in der Fachwelt Exazerbation (EA) genannt, kommt häufig vor und führt zu Krankenhausaufenthalten.

Ziel des Projekts ist es, solchen Exazerbationen bei COPD-Patientinnen und -Patienten durch frühzeitige Erkennung und Intervention vorzubeugen, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und eine höhere Lebensqualität für Betroffene zu erreichen. COPD-Patientinnen und -Patienten sollen über eine spezielle COPD-App präventive Inhalte zur Motivation für ein Körper- und Lungentraining erhalten. Über Telemessgeräte zur häuslichen Messung von relevanten Vitalparametern und zur Abfrage des COPD-Assessment-Tests werden automatisch Werte erfasst. Anhand eines Ampelschemas zeigen sie das Exazerbationsrisiko an. Die Daten sollen zudem täglich über eine digitale Datenplattform von COPD-Nurses gesichtet werden, wodurch die Notwendigkeit einer risikoadaptierten frühzeitigen Intervention entdeckt werden kann. Je nach Dringlichkeit werden Patientinnen und Patienten dann entweder über Videochat kontaktiert oder unmittelbar an behandelnde Pneumologinnen und Pneumologen überwiesen.

An mehreren Standorten im Raum Hamburg und Schleswig-Holstein analysieren Forschende in einer unverblindeten, randomisierten und kontrollierten Studie, ob sich akute Verschlechterungen in der Interventionsgruppe mit Hilfe der COPD-App und der Überwachung der Vitalparameter im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant verringern lassen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 3,76 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall führt die Optimierung der ambulanten COPD- Versorgung zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands der Patientinnen und Patienten und erhöht deren Lebensqualität. Dabei ist das Versorgungskonzept auch auf andere Regionen und Indikationen übertragbar.

Konsortialpartner

AOK Nordwest – Die Gesundheitskasse, Berufsverband der Pneumologen Hamburg-Schleswig-Holstein e. V., Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V., DRV Knappschaft-Bahn-See, Forschungszentrum Borstel, Städtisches Krankenhaus Kiel GmbH, Universität zu Lübeck, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide gGmbH