ViDiKi – Virtuelle Diabetesambulanz für Kinder und Jugendliche

  • Themenfeld: Versorgungsmodelle für spezielle Patientengruppen
  • Bundesland: Schleswig-Holstein
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Die notwendige Insulintherapie greift tief in das Leben der Kinder und ihrer Familien ein und erfordert engmaschige Beratungskontakte. Es gibt bereits Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung, die bei der Behandlung unterstützen. Allerdings können sie ihr Potenzial nur entfalten, wenn Kinder und Eltern intensiv kontinuierlich beraten werden.

Das Ziel von ViDiKi ist es, Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung effektiver nutzen zu können, um damit die Versorgung von an Typ-1-Diabetes erkrankten Kindern zu verbessern und die Versorgungslücke besonders im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins zu schließen. Erprobt werden monatliche Beratungen in der Virtuellen Diabetesambulanz für Kinder und Jugendliche („ViDiKi“), die zusätzlich zu den regulären, quartalsweisen Terminen in der Kinderdiabetesambulanz vor Ort angeboten werden. ViDiKi ist ein internetbasiertes Online-Beratungs-Portal, in welchem Familien einmal im Monat einen zusätzlichen Termin mit einem Kinderdiabetologen haben. Sie haben die Möglichkeit, mit dem Facharzt die Insulin- und weitere Therapiedaten gemeinsam zu besprechen und gegebenenfalls Veränderungen an der Therapie vorzunehmen. Die Termine können bequem von zu Hause aus, auch abends und am Wochenende, wahrgenommen werden. Evaluiert werden der Einfluss der neuen Versorgungsform auf die Stoffwechsellage der Kinder, ihre Lebensqualität und die Zufriedenheit der Eltern und Jugendlichen. Dabei werden die behandelten Kinder mit Kindern verglichen, die erst später an der neuen Versorgungsform teilnehmen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,7 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall ist ViDiKi als Versorgungsform prinzipiell auf jede Region übertragbar. Insbesondere aber dort, wo weite Anfahrtswege zum Zentrum oder Personalmangel eine Versorgung erschweren. Die Erkenntnisse lassen sich auch auf andere Erkrankungsbilder der Kinderheilkunde übertragen wie beispielsweise Asthma bronchiale, chronische Hauterkrankungen oder aber auch Epilepsie.

Ansprechpartner

Frau Dr. med. Simone von Sengbusch
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein UKSH
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
0049 451 500 43011
simone.vonsengbusch@uksh.de

Konsortialpartner

AOK Nordwest, Städtisches Krankenhaus Kiel GmbH, Universität Lübeck