ACD – Accountable Care in Deutschland - Verbesserung der Patientenversorgung durch Vernetzung von Leistungserbringern und informierten Dialog

  • Themenfeld: Einsatz und Verknüpfung von Routinedaten zur Verbesserung der Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Bayern
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Die Koordination der Versorgung von Patienten sowohl innerhalb der ambulanten Versorgung als auch zwischen ambulantem und stationärem Bereich ist verbesserungswürdig. Wenn beispielsweise nach der Entlassung aus dem Krankenhaus die ambulante Weiterbehandlung nicht reibungslos funktioniert, z.B. im Hinblick auf nahtlose Kommunikation, alltagsangemessene Vorbereitung der Versorgung, eine zeitnahe adäquate Medikation und Verlaufskonsultationen, steigt das Risiko einer erneuten Einlieferung. So wurde im Jahr 2014 etwa jeder dritte Herzinfarkt-Patient nach seiner Entlassung innerhalb eines Jahres erneut aufgrund einer Herzerkrankung aufgenommen.

Das Projekt zielt darauf ab, vermeidbare Krankenhausaufnahmen zu reduzieren. Studien aus Kanada und den USA belegen, dass ein regelmäßiger, informeller Austausch zwischen den an der Versorgung Beteiligten und abgestimmte Behandlungspfade erneute Krankenhausaufnahmen effektiv reduzieren können. Im Projekt sollen daher in der Versorgung zusammenarbeitende Akteure identifiziert und miteinander vernetzt werden. Gründe für Defizite in der Versorgung sollen erforscht und die kontinuierliche Behandlung der Patienten verbessert werden. Zu diesem Zweck wird eine cluster-randomisierte Studie auf Ebene der identifizierten Netzwerke in Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 3,8 Millionen Euro gefördert.

Auf der Grundlage von Routinedaten sollen Einheiten von ambulanten und stationären Versorgern erfasst werden, die Patienten gemeinsam versorgen und somit für diese „verantwortlich“ (accountable) sind. Eine Vernetzung dieser Akteure, strukturiertes Feedback und moderierte Qualitätszirkel sollen potentiell vermeidbare Hospitalisierungen reduzieren und die Zusammenarbeit der Akteure verbessern. Es werden lokal spezifische Behandlungspfade für ausgewählte Krankheitsbilder entwickelt, die eine kontinuierliche Versorgung der Patientinnen und Patienten optimieren sollen.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Leonie Sundmacher
Fachbereich Health Services Management (HSM)/ Ludwig-Maximilians Universität München (LMU)
Schackstraße 4
80539 München
0049 89 21803110
sundmacher@bwl.lmu.de

Konsortialpartner

Universität Düsseldorf, Universität München, Kassenärztliche Vereinigung Hamburg, Medizinische Hochschule Hannover, AOK Rheinland/Hamburg, AOK Nordwest, Kassenärztliche Vereinigung Schleswig‐Holstein, Kassenärztliche Vereinigung Westfalen‐Lippe, Wissenschaftliches Institut der Techniker Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG), Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland, Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein