AFluPEP – Verbesserung der Versorgung durch antivirale Influenza-Post-Expositions-Prophylaxe im Altenpflegeheim in Deutschland

Projektbeschreibung

Je älter Menschen werden, desto anfälliger sind sie für schwere Verläufe einer Grippe (Influenza) und sie reagieren zugleich weniger gut auf die Schutzimpfung. So waren in der außergewöhnlich starken Saison 2017/2018 85 Prozent aller an Influenza verstorbenen Personen älter als 60 Jahre. Trotz Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist ein erheblicher Teil der infrage kommenden Menschen in Deutschland nicht geimpft; zudem variiert die Schutzwirkung der Impfstoffe in verschiedenen Jahren je nach Virusvorkommen stark. Treten Fälle auf, so ist die Umsetzung von Hygienemaßnahmen gerade in Altenpflegeheimen schwierig.

Im Projekt AFluPEP soll geprüft werden, ob die Gabe von antiviralen Arzneimitteln hilft, die Anzahl von Influenza-Infektionen in Altenpflegeheimen einzudämmen. Im Gegensatz zur Schutzimpfung, die das Immunsystem stärkt, bekämpfen antivirale Arzneimittel das Virus selbst und können somit eine Ausbreitung des Erregers im Körper und damit auch in der Umgebung von infizierten Personen aktiv reduzieren. In seiner Studie möchte das Projektteam daher sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner von Altenpflegeheimen, als auch das dort beschäftigte Personal untersuchen. Um mögliche Effekte der antiviralen Arzneimitteltherapie zu identifizieren, mit und ohne den zusätzlichen Einsatz von Antigen-Schnelltests, entwickelt das Forschungsteam ein mathematisches Modell welches Influenzaausbrüche in Pflegeheimen in Abhängigkeit von Größe, Organisations- und Kontaktstruktur des jeweiligen Altenpflegeheims oder den Eigenschaften des Influenza-Subtyps abbilden kann. In einem zweiten Schritt wird das Modell mit Daten zur Pflegelandschaft, Bevölkerungsentwicklung und zum Ausbruchsgeschehen in Altenpflegeheimen in Deutschland verknüpft. Außerdem werden das Kontaktverhalten und die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner von Altenpflegeheimen erhoben. Auf Basis dieser Informationen werden dann verschiedene Szenarien einer Influenza-Prophylaxe in Altenpflegeheimen computergestützt simuliert und deren Auswirkungen auf die zukünftige Krankheitslast und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Gesundheitskosten analysiert.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 900.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können die Projektergebnisse helfen, die Influenzavorbeugung in Altenpflegeheimen zu verbessern.

Themenfeld: Themenoffen

Sitz des Antragstellers: Berlin

Status: laufend

Kontakt

Dr. Frank Sandmann
Robert Koch-Institut
Fachgebiet Impfprävention, STIKO
Seestraße 10
13353 Berlin
+49 30 187543358
SandmannF@rki.de