Beware – Stellenwert der Bewegungsdiagnostik zur Förderung früher körperlicher und sportlicher Aktivität bei Kinderrheuma

  • Themenfeld: Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen und/oder Multimorbidität
  • Sitz des Antragstellers: Bayern
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Jährlich erkranken in Deutschland ca. 1.500 Kinder und Jugendliche an Kinderrheuma (Juvenile Idiopathische Arthritis). Die Entzündungen in den Gelenken beeinträchtigen die Alltagsfunktionalität, die Lebensqualität und die körperliche wie sportliche Aktivität. Trotz erheblicher Verbesserungen bei der medikamentösen Behandlung kommt es bei rund einem Viertel der betroffenen Jugendlichen zu langfristigen Einschränkungen von Alltagsbewegungen. Es wird vermutet, dass ein Teil dieser Langzeitfolgen durch angemessene Bewegungsunterstützung vermieden werden können. Doch unter Ärzten herrscht Unsicherheit bezüglich des Einsatzes funktioneller Diagnostik zur Beurteilung der Sportteilnahme und eines möglichst frühen Einsatzes aktiver Bewegungstherapie zusammen mit Sport.

Im Rahmen des Projekts wird eine spezielle biomechanische Bewegungsdiagnostik eingesetzt und ein EDV-basiertes Sportberatungstool für Kinderrheuma weiterentwickelt. Darüber hinaus wird der Effekt dieser früh einsetzenden Sportberatung zur Bewegungstherapie und Sport im Vergleich zur derzeit häufig praktizierten Sport-Teilbefreiung untersucht. Es werden 200 neuerkrankte Kinder und Jugendliche mit Rheuma bis zu zwei Jahre medizinisch begleitet und zu drei Zeitpunkten untersucht. Bei der Hälfte dieser Kinder kommt die differenzierte Sportberatung (Sportberatungstool) zum Einsatz. Die Vergleichsgruppe erhält eine Standardversorgung und -empfehlung zum Sport. Verglichen werden unter anderem der Gesundheitszustand, die motorische Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 1,77 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann die Sportberatungssoftware Ärzten flächendeckend zur Verfügung gestellt werden. Die Versorgungsqualität wird durch die frühe Aktivität der Patienten verbessert und die Effektivität teurer medikamentöser Therapien ergänzt.

Ansprechpartner

Prof. Ansgar Schwirtz
Technische Universität München
Professur für Biomechanik im Sport
Georg-Brauchle-Ring 60-62
80992 München
+49 89 28924580
ansgar.schwirtz@tum.de

Konsortialpartner

Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen gGmbH, Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie; aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH