COMPANION – Entwicklung einer patientenzentrierten national anwendbaren Komplexitäts- und Case Mix-Klassifikation für erwachsene Palliativpatienten basierend auf Bedürfnissen und Ressourchenverbrauch

  • Themenfeld: Bedarfsgerechte Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Bayern
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Schwerkranke und sterbende Menschen leiden unter vielen körperlichen, psychischen, sozialen, spirituellen und praktischen Problemen. Deren Ausprägung und Interaktion beschreiben die Komplexität einer Versorgungssituation. Bislang gibt es keine zuverlässige Einteilung für diese Komplexität in Deutschland, die helfen kann, besser zu unterscheiden, ob Patienten allgemeine oder spezialisierte Palliativversorgung brauchen. Allgemeine Palliativversorgung wird ambulant durch niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie ambulante Pflegedienste und stationär auf Krankenhausstationen und in Pflegeheimen gewährleistet. Reichen die therapeutischen Möglichkeiten der allgemeinen Palliativversorgung nicht aus, werden Fachkräfte der spezialisierten Palliativversorgung einbezogen, die in Palliativstationen, Palliativdiensten und der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) tätig sind.

Das Projekt möchte eine Einteilung (Klassifikation) für erwachsene Palliativpatienten entwickeln, die auf der Komplexität der palliativen Patientensituationen und den damit verbundenen Kosten (Personal, Medikation und Diagnostik) basiert. Dazu werden Daten von über 2.000 Patienten und die individuellen Kosten in deutschen Palliativeinrichtungen erhoben. Außerdem soll die Inanspruchnahme von ambulanten und stationären Palliativeinrichtungen beschrieben und anhand von Daten der Gesetzlichen Krankenversicherung mit den Patientendaten verglichen werden. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 2,7 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann palliative Versorgung besser auf Patientenbedürfnisse abgestimmt und damit vermieden werden, dass Patienten, die spezialisierte Versorgung bedürfen, nur allgemein versorgt werden und Betroffene mit weniger komplexen Bedarfen in die spezialisierte Palliativversorgung kommen. Insgesamt können drei Ziele erreicht werden: 1) ein besseres Verständnis der Bedürfnisse von Patienten am Lebensende, 2) ein bedarfsgerechterer Zugang zur Palliativversorgung und 3) eine effizientere Verteilung von Ressourcen zur Erfüllung dieser Bedürfnisse.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Claudia Bausewein PhD MSc
Klinikum der Universität München
Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin
Marchioninistraße 15
81377 München
+49 89 440074929
claudia.bausewein@med.uni-muenchen.de

Konsortialpartner

Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GmbH, Universitätsmedizin Georg-August-Universität Göttingen, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, AOK Bayern, BARMER, AOK Rheinland/Hamburg