EPIVA – Evaluation Pädiatriezentrierte Integrierte Versorgung AOK-Junior

Projektbeschreibung

Die seit den 1970er Jahren eingeführten Früherkennungsuntersuchungen (sogenannte U-Untersuchungen) durch den Kinder- und Jugendarzt stellen fest, ob sich ein Kind altersgemäß entwickelt und ob Erkrankungen vorliegen, die frühzeitig behandelt werden können. Bis zum sechsten Lebensjahr erfolgen die U1-U9. Eine weitere Untersuchung findet im Alter zwischen 12 und 14 Jahren statt (J1). Zusätzlich zur Regelversorgung empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) drei weitere Untersuchungen: U10, U11 und J2. Diese sollen die zeitliche Lücke zwischen der U9 und der J1 schließen bzw. den Übergang in die Vorsorge im Erwachsenenalter erleichtern.

Der von der AOK Nordost und dem BVKJ angebotene Vertrag zur Pädiatriezentrierten Integrierten Versorgung („AOK-Junior“) komplementiert die Regelversorgung für Versicherte bis zum vollendeten 18. Lebensjahr mit den drei zusätzlichen Untersuchungen U10, U11 und J2 sowie weiteren Leistungsmodulen, wie z.B. augenärztliche Früherkennungsuntersuchung, Lungen- und Haut-Check oder Zahngesundheit. Der Kinder- und Jugendarzt fungiert als Lotse und koordiniert die kinderärztliche, allgemeinmedizinische und fachärztliche Versorgung. Der Schwerpunkt des Vertrages liegt auf der Vorsorge, Früherkennung und Prävention mit dem Ziel, die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu erhalten und Krankheiten rechtzeitig zu erkennen sowie vorzubeugen.

Das Projekt EPIVA untersucht, ob Ärzte durch das Programm „AOK-Junior“ Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter im Vergleich zur Regelversorgung früher erkennen können. Darüber hinaus wird die Zufriedenheit der am Programm Teilnehmenden und der Leistungserbringer erhoben. Es werden Faktoren analysiert, die die Umsetzung des Versorgungsvertrages fördern oder hindern. EPIVA betrachtet zudem die Kosteneffektivität des Vertrages. Das Projekt wird für 36 Monate mit insgesamt ca. 500.000 Euro gefördert.

Die Erkenntnisse dienen dazu, Handlungsempfehlungen für eine Weiterentwicklung des Selektivvertrages abzuleiten und damit die Versorgung von versicherten Kindern und Jugendlichen weiter zu verbessern. Im Erfolgsfall ist eine Übernahme des Vertrages in die Regelversorgung denkbar.

Konsortialpartner

Medizinische Hochschule Hannover