EyeLLIS – Eyetracking-basierte Erhebung der Lebensqualität von Patienten mit Locked-in-Syndrom

  • Themenfeld: Verbesserung von Instrumenten zur Messung von Lebensqualität für bestimmte Patientengruppen
  • Sitz des Antragstellers: Sachsen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Patienten mit Locked-in-Syndrom (LIS) sind fast vollständig gelähmt und können bei vollem Bewusstsein weder über Sprache noch durch Gesten mit der Außenwelt in Kontakt treten. Sie kommunizieren nur mittels Augenbewegungen. Daher können ihre Lebensqualität und ihr Wohlbefinden bisher nur unzureichend über Angehörige oder Suggestivfragen erhoben werden.

Das Projektziel ist die Erhebung der Lebensqualität und des Wohlbefindens sowie der Einstellung zu bzw. Zufriedenheit mit Therapiemaßnahmen in der aktuellen Lebenssituation mittels Augensteuerung (Eyetracking). Dies soll mittels Blickerfassungssystemen erfolgen. Diese Technik ermöglicht den Patienten eine direkte Kommunikation. So wird eine größtmögliche Unabhängigkeit der Ergebnisse von Untersuchern, Angehörigen und Pflegekräften erreicht. Dies ist von großer Wichtigkeit, da bekannt ist, dass die soziale Umwelt die Lebensqualität von LIS-Patienten oft dramatisch unterschätzt. Daraus können negative Konsequenzen in Bezug auf die Initiierung und Aufrechterhaltung lebensverlängernder Maßnahmen und überhaupt die Gestaltung der Versorgungssituation resultieren. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt 572.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall werden so die Faktoren, welche die Lebensqualität von LIS-Patienten beeinflussen, sowie Optimierungsmöglichkeiten der Versorgungssituation ermittelt und eventuelle Divergenzen zur Wahrnehmung des sozialen Umfeldes erkannt. Dies geschieht in der Breitenversorgung erstmalig routinemäßig. Die Erkenntnisse können unmittelbar zu mehr Patientensicherheit (z.B. bei Änderung der Einstellung zu lebenserhaltenden Maßnahmen) und zu höherer Bedarfsgerechtigkeit der Versorgung führen. Die Ergebnisse werden zudem konkrete Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten der Augenbewegungstechnologie liefern. Davon könnten breitere Anwendergruppen und Anwendungsgebiete (z.B. Umfeldsteuerung durch Augenbewegungen) profitieren.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Dr. Andreas Hermann
Technische Universität Dresden
Abteilung Neurologie
Fetscherstrasse 74
01307 Dresden
0049 351 4582532
andreas.hermann@uniklinikum-dresden.de

Konsortialpartner

Technische Universität Dresden, Interactive Minds Dresden GmbH, Hochschule Zwickau