FrailtyOP – Perioperative Versorgung von gebrechlichen Patient:innen

Projektbeschreibung

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung und des medizinischen Fortschritts erfolgen mehr und komplexere chirurgische Eingriffe bei älteren und gebrechlichen Patientinnen und Patienten. Bis zu 50 Prozent der Menschen über 65 Jahre auf chirurgischen Stationen leiden an dem Frailty-Syndrom, d. h. Gebrechlichkeit.

Betroffene sind u. a. in ihrer Mobilität und Muskelkraft eingeschränkt; sie haben ein deutlich höheres Risiko, postoperative Komplikationen wie Infektionen, langfristige kognitive und funktionelle Störungen zu entwickeln und pflegebedürftig zu werden. Das Risiko, im ersten Jahr nach einer Operation zu versterben, liegt für sie zudem bis zu fünfmal höher als bei gesundheitlich robusten Patientinnen und Patienten.

Bislang liegt in Deutschland noch keine Leitlinie zur perioperativen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Frailty-Syndrom vor; sie soll im Projekt FrailtyOP entwickelt werden. Ziel ist es, einen Goldstandard zur Erfassung von Frailty einzuführen, optimale Behandlungsinstrumente zu identifizieren und Standards für die perioperative Behandlung Betroffener festzulegen. Angestrebt werden die Implementierung und Qualitätskontrolle einer für die Veröffentlichung in der Datenbank der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) geeigneten Variante der Leitlinie im klinischen Alltag.

Die Entwicklung der Leitlinie erfolgt gemäß dem Regelwerk der AWMF, d. h. eine Leitliniengruppe legt konkrete, klinisch relevante Fragestellungen fest und führt eine systematische Recherche und Bewertung wissenschaftlicher Veröffentlichungen durch. In einem strukturierten Verfahren werden Empfehlungen formuliert und durch die AWMF veröffentlicht. Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 450.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Frailty-Syndrom verlässlicher als bisher identifiziert und können angemessene Maßnahmen eingeleitet werden, um das perioperative Risiko zu reduzieren. Das Projekt dient zudem dazu, den künftigen Forschungsbedarf zu ermitteln.

Konsortialpartner

Herz- und Diabeteszentrum NRW - Bad Oeynhausen - Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München