Frauen 50 – Regionale Versorgung von Frauen über 49 Jahren durch Fachärzte und Fachärztinnen für Gynäkologie und für Allgemeinmedizin

  • Themenfeld: Verbesserung der Bedarfsgerechtigkeit und/oder Wirtschaftlichkeit der GKV-Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Berlin
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

In ländlichen Gebieten fehlt vielerorts der ärztliche Nachwuchs. Aufgrund des demographischen Wandels wird sich diese Situation in Zukunft noch verschärfen. Das betrifft auch die fachärztliche Versorgung in der Gynäkologie und Geburtshilfe. Insbesondere Frauen mittleren Alters und ältere Frauen in ländlichen Gebieten werden davon betroffen sein.

Ziel des Projektes ist es, die veränderten Betreuungssituationen in ländlichen Regionen zu analysieren. Die Ergebnisse sollen dazu genutzt werden, mögliche Ansatzstellen für eine fachübergreifende Versorgung zu identifizieren, bspw. durch die Schaffung einer angepassten Arbeitsteilung.

Für die Studie werden Sekundärdaten von 2300 Frauen, die 49 Jahre oder älter sind, ausgewertet. Darüber hinaus werden ca. 1000 Hausärzte und 500 Gynäkologen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin befragt. Zusätzlich werden Patientinnen zur Versorgungssituation interviewt. Konkret sollen Indikatoren zur Frauengesundheit (z.B. gynäkologische Vorsorge), Beratungsanlässe (z.B. Menopause, Inkontinenz, gyn. Erkrankungen) und der Zugang zur Versorgung (z.B. Wartezeiten, territoriale Erreichbarkeit) erarbeitet und beschrieben werden. Die Erkenntnisse sollen dazu genutzt werden, ein fachübergreifendes Modell zu entwickeln, das die adäquate Versorgung der älter werdenden weiblichen Bevölkerung gewährleistet. Dies könnte beispielsweise geschehen, indem die Zusammenarbeit zwischen Hausärztinnen/Hausärzten und Gynäkologinnen/Gynäkologen verbessert wird. Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt ca. 555.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können die erarbeiteten Lösungsansätze in die Regelversorgung übernommen werden. Durch die erfassten Indikatoren und das fachübergreifende Versorgungsmodell kann auch die Versorgung für jüngere Frauen in nicht-ländlichen Regionen verbessert werden.

Ansprechpartner

Dr. Lorena Dini
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Institut für Allgemeinmedizin
Charitéplatz 1
10117 Berlin
0049 30 450514229
lorena.dini@charite.de

Konsortialpartner

Robert Koch‐Institut