GARDA – Gesundheitsökonomische Auswertung der Belastung pflegender Angehöriger

Projektbeschreibung

Weit über zwei Millionen Pflegebedürftige werden jedes Jahr von ihren Angehörigen zuhause versorgt. Diese informelle Pflege ist von großer Bedeutung für das Pflegesystem, da aufgrund des demographischen Wandels zukünftig immer mehr Menschen pflegerisch zu versorgen sind. Für die Angehörigen, die häufig neben ihrer Erwerbstätigkeit Pflegearbeit leisten, führt dies zu einer deutlichen Mehrbelastung, sodass rund ein Viertel von ihnen ihre Arbeitszeit verkürzen oder ihre eigene Berufstätigkeit sogar aufgeben. Die zeitlichen, finanziellen und psychischen Belastungen führen zudem häufig zu Krankheit bis hin zur Berufsunfähigkeit. Konkrete Angebote zur Entlastung und Information nutzen pflegende Angehörige meist zu spät oder gar nicht. Die Gründe dafür sind bislang nicht ausreichend erforscht.

Das Projektteam plant daher, die jeweiligen Bedarfe zu identifizieren und Handlungsempfehlungen zur Erstellung neuer, zielgerichteter Versorgungsleistungen zur Prävention, Beratung oder Unterstützung zu entwickeln. Zunächst werden daher Routinedaten von gesetzlichen Krankenkassen analysiert, die etwas darüber aussagen, wie häufig Pflegende gesundheitlich belastet sind oder erkranken und welche Behandlungskosten daraus erwachsen. Ergänzend dazu werden rund 1.000 pflegende Angehörige zu ihrer Situation befragt. Auf Basis der erhobenen Daten werden gezielt krankheits- und situationsspezifische Bedarfe ermittelt. Die Ergebnisse werden mit Pflegeexpertinnen und -experten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kranken- und Pflegekassen diskutiert, um Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen zu erarbeiten. Diese münden in konkreten Handlungsempfehlungen für die Entwicklung gezielter Leistungsangebote. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 877.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall bewirken die Empfehlungen, dass die Lebensqualität der pflegenden Angehörigen steigt und dass sie seltener erkranken und ihre Arbeitsfähigkeit erhalten bleibt. Außerdem sollte sich damit die Qualität der informellen Pflege verbessern.

Konsortialpartner

AOK Bayern - Die Gesundheitskasse, AOK - Die Gesundheitskasse für Niedersachsen