HAP S3-LL – Update S3-Leitlinie: Epidemiologie, Diagnostik und Therapie erwachsener Patienten mit nosokomialer Pneumonie

Projektbeschreibung

Pneumonien, eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung des Lungengewebes, können u. a. durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten ausgelöst werden. Auch in Krankenhäusern finden sich Bakterien, die eine Lungenentzündung verursachen können, in der Fachsprache nosokomiale Pneumonie genannt. Solche Lungenentzündungen zählen zu den häufigsten aller Krankenhaus-assoziierten Infektionen und führen zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate. Eine regelmäßige Aktualisierung der Behandlungsleitlinie ist daher notwendig, um den neuesten Kenntnisstand zu berücksichtigen, Ärztinnen und Ärzte bei der Therapie zu unterstützen und die Versorgung der Betroffenen stetig zu verbessern.

Forschende im Projekt HAP S3-LL wollen die in der bestehenden Leitlinie identifizierten Lücken schließen; ihr Ziel ist es, klare Entscheidungshilfen zu Diagnostik und Therapie zu erarbeiten. Es werden u. a. Kriterien für die richtige Auswahl, Dosierung und Therapiedauer von Antibiotika erarbeitet. Dabei sollen jüngste Forschungsergebnisse zum Einsatz neuer Antiinfektiva einbezogen werden. Auch wird ein stärkerer Fokus als bisher auf Infektionen mit viralen Erregern und Pilzen gelegt.

Die Entwicklung der Leitlinie erfolgt gemäß dem Regelwerk der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF), d. h. eine Leitliniengruppe legt konkrete Fragestellungen fest und führt eine systematische Recherche und Bewertung wissenschaftlicher Veröffentlichungen durch. In einem strukturierten Verfahren werden daraufhin Empfehlungen formuliert. Darin einfließen sollen auch Informationen aus Befragungen betroffener Patientinnen und Patienten. Das Projekt wird für eineinhalb Jahre mit insgesamt ca. 214.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann die Diagnosestellung und die anschließende Therapie optimiert werden. Dies kann dazu beitragen, die Sterblichkeit zu verringern, Entstehung resistenter Erreger zu vermeiden und Kosten zu sparen. Im Rahmen des Projekts soll zudem eine Patienteninformation mit wichtigen Empfehlungen erstellt werden.