HELP@APP – Entwicklung und Evaluation einer Selbsthilfe-App für traumatisierte syrische Flüchtlinge in Deutschland

  • Themenfeld: Verbesserung der Bedarfsgerechtigkeit und/oder Wirtschaftlichkeit der GKV-Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Sachsen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

In Deutschland sind Syrer die größte Gruppe unter den Flüchtlingen. Im Jahr 2015 haben insgesamt 158.657 syrische Flüchtlinge einen Asylerstantrag in Deutschland gestellt. Dies ist dreimal so hoch wie im Vorjahr 2014. Diese Entwicklung wurde auch 2016 fortgesetzt.  Allein in den ersten vier Monaten von Januar bis April 2016 haben 116.190 syrische Flüchtlinge einen Asylerstantrag in Deutschland gestellt. Viele Flüchtlinge tragen Kriegs- und Gewalterlebnisse bis hin zu Folter in sich. Diese traumatischen Erfahrungen hinterlassen tiefe Spuren und erhöhen das Risiko, psychisch zu erkranken. Zusätzlich müssen sich die Neuankömmlinge in einer für sie völlig fremden Kultur zurechtfinden.

Im Projekt HELP@APP wird eine arabischsprachige interaktive Selbsthilfe-App für traumatisierte syrische Flüchtlinge entwickelt, als Hilfe für den Umgang mit psychischen Belastungen, die im Zusammenhang zur Traumatisierung stehen. Die App ist wie ein Baukasten-System aufgebaut: Zentrale Inhalte beschäftigen sich etwa mit der Bewältigung von psychischen Problemen oder dem Umgang mit Trauma-Auslösern auf verhaltenstherapeutischer Grundlage. Die App bietet darüber hinaus Hilfe bei der Suche nach sozialer Unterstützung und zeigt auch auf, welche Aktivitäten beim Entspannen helfen. Ergänzt werden die App-Inhalte durch Selbsttests, auf die der Nutzer eine auf seine Probleme zugeschnittene Rückmeldung erhält. Im Anschluss wird im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie geprüft, ob die App wirksam und effektiv ist. Dafür werden die Geflüchteten, die mithilfe der App erstversorgt wurden mit den Geflüchteten verglichen, die statt der App eine Informationsbroschüre zum Thema Traumatisierung erhalten. Gleichzeitig wird auch die Nutzerfreundlichkeit untersucht und hinderliche Faktoren identifiziert. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 925.000 Euro gefördert.

Die App ist nach erfolgreichem Abschluss dieses Projekts kostenfrei verfügbar.

Ansprechpartner

Dr. Steffi G. Riedel-Heller; MPH
Universität Leipzig, Medizinische Fakultät,
Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health
Phillip-Rosenthal-Str. 55
04103 Leipzig
0049 341 9715408
steffi.riedel-heller@medizin.uni-leipzig.de

Konsortialpartner

Universität Leipzig, Universitätsklinikum Hamburg‐Eppendorf