IdUNa – Interprofessionelles, digitales Upgrade der DEGAM-S1-Handlungsempfehlungen Nackenschmerzen auf S3-Niveau

Projektbeschreibung

In Deutschland geben 46 Prozent der Menschen an, in den letzten zwölf Monaten an Nackenschmerzen gelitten zu haben; in Hausarztpraxen ist dies der dritthäufigste Beratungsanlass. Um Betroffenen helfen zu können, bedarf es einer engen Abstimmung zwischen Hausärztinnen und Hausärzten sowie Fachleuten aus weiteren Gesundheitsfachberufen, v. a. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. Physiotherapie ist bei anhaltenden nicht-spezifischen Nackenschmerzen oft das Mittel der Wahl und wird in vorliegenden Leitlinien empfohlen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Projekt IdUNa wollen bestehende S1-Handlungsempfehlungen zu einer evidenz- und konsensbasierten S3-Leitlinie weiterentwickeln und damit einen Beitrag zu einer verbesserten interdisziplinären und interprofessionellen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Nackenschmerzen leisten. Ein Schwerpunkt dabei ist die Recherche der aktuellen Evidenz zum Thema Physiotherapie bei Nackenschmerzen. Die Entwicklung und Publikation der S3-Leitlinie sowie die Verbreitung der Projektergebnisse, ihre Umsetzung und Evaluation erfolgen auf digitalem Weg. Gleiches gilt für künftige Aktualisierungen bis hin zu einer Konversion der Leitlinie hin zu einer „Living Guideline“.

Nach einer umfassenden Literaturrecherche werden aus den Evidenztabellen zu jeder Schlüsselfrage Empfehlungen formuliert. Die Entwurfsform der Leitlinie wird durch Patientinnen und Patienten, Hausarzt- und Physiotherapiepraxen in einer Erprobungsphase getestet. Die Ergebnisse des Praxistests werden der Leitlinienarbeitsgruppe zurückgemeldet und abschließend in die Formulierung der finalen S3-Leitlinie Nackenschmerzen einfließen. Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 247.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann die aktualisierte Leitlinie zu einer evidenzbasierten Versorgung von Nackenschmerzpatientinnen und -patienten beitragen und Überdiagnostik und -therapie vermeiden helfen. Durch eine effektive Versorgung würden Wartezeiten reduziert und das Risiko einer Chronifizierung der Schmerzen gesenkt.

Konsortialpartner

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V., Deutsche Gesellschaft für Physiotherapiewissenschaft e. V., Technische Universität Dresden