IVF2F3 – Integrierter Versorgungsvertrag Schizophrenie und Depression

  • Themenfeld: Evaluation von Selektivverträgen
  • Sitz des Antragstellers: Bayern
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Depression und Schizophrenie gehören zu den für die deutsche Gesundheitsversorgung relevantesten Erkrankungen. Das Hauptproblem bei diesen Erkrankungen ist, dass die betroffenen Patienten häufig wieder rückfällig werden und erneut in eine Klinik eingewiesen werden müssen. Diese hohe stationäre Wiederaufnahmerate ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass es nur wenigen Patienten gelingt, eine Langzeitbehandlung, die diese Rückfälle verhindern kann, lange genug durchzuhalten. Es gibt zwar eine Reihe von Maßnahmen, die die Patienten beim Durchhalten wirksam unterstützen könnten. Diese Maßnahmen werden aber in der ambulanten Regelversorgung noch kaum angeboten.

Der Selektivvertrag „Behandlung schizophrener und affektiver Erkrankungen“, der von Betriebskrankenkassen in Bayern angeboten wird, soll diese Versorgungsdefizite beheben und die Zahl der Krankenhaustage reduzieren. Er bietet den Patienten – in enger Abstimmung mit ihren niedergelassenen Psychiatern – ein Programm an, mit dessen Hilfe sie die leitliniengerechte und Rückfall verhütende Langzeitbehandlung besser durchhalten können.

Ziel des Projektes ist es, die Wirksamkeit dieses Selektivvertrags auf Grundlage von Daten der Betriebskrankenkassen zu evaluieren. Wichtige Fragen, die untersucht werden, sind: Können die Aufenthalte und Behandlungstage im Krankenhaus durch die im Rahmen des Selektivvertrags angebotenen Maßnahmen verringert werden? Können die ambulanten, stationären und gesamten Behandlungskosten gesenkt werden? Kann durch die Teilnahme an diesem Versorgungsprogramm der Abstand zur nächsten stationären Behandlung verlängert werden? Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt ca. 539.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können die Projekterkenntnisse dazu beitragen, den Versorgungsvertrag weiterzuführen, weiterzuentwickeln und auf andere Regionen zu übertragen. Darüber hinaus ist eine Übernahme des Versorgungsprogramms in die Regelversorgung denkbar.

Ansprechpartner

Dr. Werner Kissling
Technische Universität München / Psychiatrische Klinik
Möhlstr. 26
81675 München
0049 170 9159191
w.kissling@lrz.tum.de

Konsortialpartner

LMU München, BKK LV Bayern