KIDS – KI verbessert Diagnostik in der Seniorenpflege

Projektbeschreibung

Hochbetagte pflegebedürftige Menschen sind besonders anfällig für Schädigungen der Schleimhäute im Mund. Etwa 25 Prozent von ihnen leiden an sogenannten Läsionen der Mundschleimhaut, die sich mitunter zu bösartigen Tumoren entwickeln können. Für Zahnärztinnen und Zahnärzte in der Seniorenpflege sind die Läsionen eine diagnostische Herausforderung. Von ihrer Einschätzung hängt nicht nur der weitere Diagnose- und Therapieaufwand ab, sondern auch die damit verbundene Belastung für die Pflegebedürftigen. Die Diagnosegenauigkeit ist jedoch oft nur begrenzt.

Das Projekt KIDS zielt darauf ab, die Diagnostik von Mundschleimhautläsionen in der stationären Langzeitpflege zu verbessern und hierfür Systeme der Künstlichen Intelligenz (KI) als Entscheidungsunterstützung zu nutzen. Zunächst optimieren und testen die Projektbeteiligten bereits erprobte KI‐Modelle und prüfen diese auf ihre Genauigkeit und Verlässlichkeit. Hierauf aufbauend wird eine Software entwickelt, die für die praktische Anwendung in der Seniorenpflege geeignet ist. In einer Studie mit Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Pflegeeinrichtungen wird untersucht, ob die KI-gestützte Einschätzung der Läsionen im Vergleich zur bislang üblichen Beurteilung durch Zahnärztinnen und Zahnärzte genauere Diagnosen liefert. Mit der Bewertung der Abläufe und der Analyse der Kosten wird parallel überprüft, ob der KI‐Einsatz unter Praxisbedingungen anwendbar, akzeptabel und kostenwirksam ist. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,1 Millionen Euro gefördert.

Bewährt sich die neue Software, kann sie die diagnostische Praxis in der Seniorenpflege unterstützen, wodurch sich Versorgungsabläufe besser steuern und die Lebensqualität Pflegebedürftiger erhöhen ließen. Die Erkenntnisse aus dem Projekt könnten zudem auf die KI-gestützte Versorgung anderer Erkrankungen übertragen werden.

Konsortialpartner

Universitätsklinikum Jena