LeAf Trauma – Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit nach schwerem Trauma

Projektbeschreibung

Jedes Jahr erleiden ca. 30.000 Menschen in Deutschland ein schweres körperliches Trauma, dem ein Behandlungsweg mit vielen Stationen im Gesundheitssystem und Akteuren folgt: z. B. Rettungsdienst, Krankenhaus, Rehabilitation und Nachsorge. Oft leiden Menschen noch lange nach einer schweren Verletzung an Funktionseinschränkungen, Schmerzen und psychosomatischen Erkrankungen, die ihre Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Die Genesung dieser Patientinnen und Patienten hängt von verschiedenen Faktoren ab, die im Projekt LeAF Trauma untersucht werden.

Die Projektbeteiligten nehmen insbesondere die beeinflussbaren Risikofaktoren in den Blick und in welchem Maße diese den Genesungsfortschritt prägen. Als Zeichen für eine vollständige Erholung wird die Lebensqualität sowie die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit gemessen, die sich darüber hinaus wegen der damit verbundenen Möglichkeit zur sozialen Teilhabe positiv auf die Betroffenen auswirkt und zur finanziellen Entlastung der Gesellschaft beiträgt.

Das Projekt umfasst zwei Studienarme – eine retrospektive, rückblickende Analyse der jeweiligen Krankengeschichte sowie eine prospektive, vorausschauende Untersuchung. Die retrospektive Analyse charakterisiert anhand von Krankenkassen-Daten die Versorgungswege von 33.000 Menschen, die zwischen 2015 und 2017 schwere Verletzungen erlitten haben, bis zu ihrem Wiedereintritt in die Arbeitswelt. Die prospektive Studie wird den gesamten Behandlungsverlauf von 1.500 schwerverletzten Patientinnen und Patienten, die zwischen 2022 und 2023 aus stationärer Behandlung entlassen werden, über 18 Monate verfolgen und ergänzt diese Daten mit den persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen der Betroffenen. Das Projekt wird für dreieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 2,7 Millionen Euro gefördert.

Die Studie will Einflussfaktoren ermitteln, welche die Genesung Schwerverletzter unterstützen und beschleunigen sowie Handlungsempfehlungen erarbeiten, die die Versorgung dieser Patienten langfristig verbessern.

Konsortialpartner

AOK-Bundesverband GbR: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Private Universität Witten/Herdecke gGmbH, Universitätsklinikum Düsseldorf, Universitätsklinikum Essen