LL-UmS – S3-Leitlinie: Umgang mit Suizidalität

Projektbeschreibung

In Deutschland nehmen sich jedes Jahr mehr als 9.000 Menschen das Leben, darunter weitaus mehr Männer (75 Prozent) als Frauen. Zudem ist von einer hohen Dunkelziffer an Suizidversuchen auszugehen. Eine eindeutige Erfassung ist schwierig, weil Suizide nicht immer klar von Unfällen abgegrenzt werden können und Suizidversuche nicht systematisch erfasst werden. Suizidgedanken haben vielfältige Ursachen; es handelt sich um ein diagnoseübergreifendes Syndrom, dem in der ambulanten und stationären Versorgung Erwachsener mit gezielten Präventionsstrategien begegnet werden muss. Eine deutschsprachige Behandlungsleitlinie ist jedoch nicht verfügbar.

Ziel des Projekts ist deshalb die Erstellung einer S3-Leitlinie, die dazu beitragen kann, die Zahl der Suizide und Suizidversuche zu verringern. Methodische Bestandteile sind die Ergebnisse systematischer Literaturrecherchen wie auch der Konsens mehrerer Expertenkonferenzen. Als Leitliniengruppe werden Akteure aus dem ambulanten und stationären psychiatrisch‐psychotherapeutischen Versorgungssystem, aus anderen relevanten Fachgruppen der medizinischen Versorgung sowie aus der Patienten‐ und Angehörigenvertretung zusammenarbeiten. Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 409.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall stellt das Projekt Handlungsempfehlungen für unterschiedliche ambulante und stationäre Versorgungsfelder, für die interprofessionelle und transsektorale Zusammenarbeit sowie Weiterbildungsinhalte bereit, die zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität führen. Weiterhin sollen aus der Leitlinie Vorgaben zur Struktur- und Prozessqualität der mit Suizidalität befassten Einrichtungen als messbare Qualitätsindikatoren und Baustandards abgeleitet werden können. Mit Blick auf niederschwellige Angebote ist eine Version der Leitlinie geplant, mit deren Hilfe sich sowohl Betroffene als auch Angehörige und Hinterbliebene informieren können.

Konsortialpartner

Klinikum der Universität München AöR, LVR-Klinik Köln