LQ-DMP – Lebensqualität im Disease Management Programm COPD

  • Themenfeld: Verbesserung von Instrumenten zur Messung von Lebensqualität für bestimmte Patientengruppen
  • Sitz des Antragstellers: Bayern
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) geht mit einer dauerhaften Schädigung der Lunge und einer Verengung der Atemwege einher. In Deutschland sind etwa 5 bis 10 von 100 Menschen über 40 Jahre von dieser Erkrankung betroffen. Für Menschen mit COPD steht ein strukturiertes Behandlungsprogramm, ein sogenanntes Disease Management Programm oder kurz DMP zur Verfügung.

Das Forschungsprojekt untersucht, inwieweit dieses Behandlungsprogramm dadurch verbessert werden kann, dass die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Betroffenen als Versorgungsziel gemessen und berücksichtigt wird. Dazu wird die Lebensqualität bei den DMP-Teilnehmern einer großen Krankenkasse erhoben. Dann wird untersucht, wie die Lebensqualität durch Versorgungsmaßnahmen und das Selbstmanagement der Betroffenen beeinflusst wird, aber auch durch andere Faktoren wie Alter oder Begleiterkrankungen. Die Versorgung wird über Abrechnungsdaten der Krankenkasse und weitere Dokumentationen im Rahmen des DMP erfasst. Zudem wird geprüft, ob die Lebensqualität im Rahmen von Behandlungsprogrammen der gesetzlichen Krankenversicherung regelmäßig erhoben werden könnte, und welche Bedeutung die Projektergebnisse aus Sicht der Ärzte und Krankenkassen für die Versorgungspraxis haben. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 786.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall erlauben die Erkenntnisse Rückschlüsse darüber, welche Maßnahmen und Verhaltensweisen die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Menschen mit COPD nachhaltig beeinflussen, und bei welchen Teilnehmergruppen des DMP die Versorgung soweit möglich verbessert werden sollte. Das Konzept eines Krankheitsmanagements, das sich an der gesundheitsbezogenen Lebensqualität der Betroffenen ausrichtet, kann prinzipiell auch auf andere Behandlungsprogramme (Diabetes mellitus Typ I/II, KHK, Asthma, Brustkrebs) übertragen werden.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Reiner Leidl
Helmholtz Zentrum München GmbH
Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen
Ingolstädter Landstraße 1
85764 Neuherberg
0049 89 3187-4198
leidl@helmholtz-muenchen.de