MEHIRA – Gestuftes Versorgungsmodell zur Förderung der mentalen Gesundheit von Flüchtlingen (Mental Health in Refugees and Asylum Seekers)

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Sitz des Antragstellers: Berlin
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Zum Jahresbeginn 2017 werden mehr als eine Million Flüchtlinge die gesundheitlichen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen. Insbesondere die psychosoziale Versorgung wird eine große Rolle spielen. Denn viele Flüchtlinge leiden als Folge ihrer traumatischen und stressvollen Erfahrungen in ihrer Heimat und während der Flucht unter psychischen Erkrankungen. Eine rechtzeitige Diagnose ist genauso wichtig wie leicht erreichbare Angebote, die die Besonderheiten der kulturellen Herkunft berücksichtigen.

Im Projekt MEHIRA soll ein gestuftes Versorgungsmodell, das auf die Bedürfnisse von Flüchtlingen Depression abgestimmt ist, dabei helfen, gezielter und kultursensibel psychische Erkrankungen zu erkennen und zu behandeln. Es besteht aus verschiedenen Gruppentherapieformen, die beispielsweise auf Frauen oder Jugendliche ausgerichtet sind. Eine Smartphone-Anwendung wird in diesem Zusammenhang auch getestet. In einer Studie soll überprüft werden, ob dieses Versorgungsmodell möglichweise wirtschaftlicher ist, als die übliche Versorgung. In sechs deutschen Städten (Aachen, Berlin, Mannheim, Marburg, München und Ulm) wird die Teilnahme an dieser Studie angeboten. Ausgewählt wird nach dem Zufallsprinzip, ob das neue Versorgungsmodell mit Gruppentherapie und App zum Zuge kommt oder die Regelversorgung greift. Untersucht wird nicht nur, ob und wie sich die depressiven Symptome bei der neuen Behandlung im Vergleich zur Regelversorgung verringern lassen. Auch die Wirtschaftlichkeit wird geprüft. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,7 Millionen Euro gefördert.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Studie können die gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen unmittelbar verbessern. Sie können im Erfolgsfall auch für die Versorgung weiterer Bevölkerungsgruppen verwendet werden, die einen erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem haben.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Malek Bajbouj
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30
12200 Berlin
0049 30 450517542
malek.bajbouj@charite.de

Konsortialpartner

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, Universitätsklinikum Aachen, Universitätsklinikum München