Neo-CamCare – Einsatz von Webcams auf neonatologischen Intensivstationen

Projektbeschreibung

Zu früh geborene Kinder mit einem kritischen Geburtsgewicht werden in sogenannten Perinatalzentren versorgt. Im Jahr 2016 waren das in Deutschland knapp 10.500 „Frühchen“. Für Eltern, die nicht dauerhaft im Krankenhaus bei ihrem Kind anwesend sein können, bieten einige Einrichtungen an, das Kind über eine Webcam sehen zu können. Denn eine Trennung der Mutter bzw. der Eltern von ihrem Kind kann weitreichende Folgen für die spätere Mutter-Kind-Beziehung bzw. die Eltern-Bindung insgesamt haben. Dieser Service steht jedoch bisher nur auf einigen wenigen Frühgeborenen-Intensivstationen (NICUs) in Deutschland zur Verfügung. Die Nutzung solcher Webcams birgt aber auch psychische Herausforderungen und Belastungen. Eine systematische Aufklärung oder Schulung der Eltern findet häufig nicht statt.

Das Ziel des Projektes Neo-CamCare ist es, den aktuellen Stand der Einbindung von Webcams auf NICUs zu erfassen. Gleichzeitig sollen Bedarf, mögliche Hürden und die Bedenken der Eltern untersucht werden. Im Anschluss soll eine Handlungshilfe für Eltern und Klinikmitarbeiter entwickelt werden, die Empfehlungen für den Einsatz und den Umgang mit Webcams umfasst. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,92 Millionen Euro gefördert.

Die Ergebnisse ermöglichen langfristig einen strukturierten, wissenschaftlich fundierten Einsatz von Webcams auf NICUs in Deutschland und adressieren sowohl die Bedürfnisse der Eltern, als auch die der beteiligten Klinikmitarbeiter.

Konsortialpartner

Universität zu Köln, Universitätsklinikum Bonn, Goethe-Universität Frankfurt, Techniker Krankenkasse, DAK-Gesundheit