PMS KIDS – Prospektive, multizentrische Studie zur Wirksamkeit ambulanter Stottertherapie nach dem Stottermodifikationsansatz KIDS

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Sitz des Antragstellers: Hamburg
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Von den über 3 Millionen Grundschulkindern in Deutschland stottern ungefähr 1,4 Prozent, also ca. 44.000 Kinder. Stottern kann in schweren Fällen die Kommunikation vollständig verhindern und nimmt typischerweise im weiteren Verlauf an Schwere zu. Stottern kann dazu führen, dass die schulischen Leistungen sinken und die späteren beruflichen Möglichkeiten eingeschränkt sind.

Die Studie PMS KIDS gleicht die Heilmittelrichtlinien zu Stottern mit der aktuellen Versorgungssituation in ambulanten Einrichtungen ab. Die kurz- und mittelfristigen Effekte ambulanter Stottertherapien sollen dabei überprüft werden. Für die Behandlung stotternder Kinder stehen unterschiedliche Therapien zur Verfügung. In dieser Studie wird die Wirkung eines weit verbreiteten Best-Practice-Verfahrens, der Stottermodifikation, untersucht. Die Stottermodifikation zielt neben einer Erhöhung der Sprechflüssigkeit auf einen Abbau der Begleitsymptome und negativer Gefühle wie Angst und Scham. Im Projekt werden 50 betroffene Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern während der Stottertherapie regelmäßig befragt und vor Ort untersucht. Der Behandlungserfolg wird mittels eines Fragebogens sowie mehrerer Spontansprechproben überprüft. Die behandelten Kinder werden nach drei Monaten mit nicht behandelten Kindern verglichen. Die Studie nutzt dabei aus, dass es Kinder gibt, deren Behandlung nicht sofort beginnen kann. Diese werden dann verglichen mit Kindern, die eine Stottertherapie direkt im Anschluss an die Diagnose beginnen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 520.000 Euro gefördert.

Die Studienergebnisse können im Erfolgsfall dazu beitragen, die Verordnungsmenge und das Behandlungsformat besser anzupassen. Außerdem helfen sie dabei, Eltern und Kinder bei der Entscheidungsfindung für eine Therapie und deren Format zu unterstützen.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Anke Kohmäscher
Hochschule Fresenius gGmbH
Fachbereich Gesundheit & Soziales, Studiengang Logopädie
Lilienstraße 5-9
20095 Hamburg
0049 40 8221786-24
anke.kohmaescher@hs-fresenius.de

Konsortialpartner

Uniklinik RWTH Aachen, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik