PPE – Pflegeintensität und pflegesensitive Ergebnisindikatoren in deutschen Krankenhäusern

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Sitz des Antragstellers: Hamburg
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Jeder Mensch wünscht sich im Krankheitsfall die bestmögliche Pflege. In Krankenhäusern hat die Qualität der Pflege auch einen relevanten Einfluss auf die Behandlungsqualität und den Behandlungserfolg. Mangelhafte Pflege kann unter anderem lebensbedrohende Folgen haben wie beispielsweise wundgelegene Körperstellen, die nicht mehr verheilen. Um die Qualität der Pflege objektiv messen zu können, werden Indikatoren herangezogen. Ein Indikator ist die Pflegekraftverhältniszahl, die beschreibt, um wie viele Patienten sich eine Pflegekraft kümmert.

Das Projekt PPE untersucht den Zusammenhang zwischen der Pflegekraftverhältniszahl und der Qualität der Behandlung der Patienten – wie beispielsweise während des Krankenhausaufenthaltes zugezogene Wundinfektionen. Dafür werden sogenannte Routinedaten der Krankenhäuser und Krankenkassen ausgewertet, die üblicherweise der Dokumentation und Abrechnung dienen. Über eine gewisse Zeit wird beobachtet, wie sich dieser Zusammenhang entwickelt und ob es Unterschiede gibt zwischen Fachabteilungen wie Innere Medizin oder Chirurgie. So können diejenigen Fachabteilungen identifiziert werden, die am pflegeempfindlichsten sind, in denen also durch mehr Personaleinsatz die größte Verbesserung der Behandlungsqualität erreicht werden kann. Um die subjektiv erlebte Behandlungsqualität miteinzubeziehen, werden Patienten während und nach ihrem Krankenhausaufenthalt befragt – man spricht hier auch von Primärdaten. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 570.000 Euro gefördert.

Die Ergebnisse beeinflussen die Patientenversorgung auf mehreren Ebenen. Für Krankenhäuser liefern sie es eine wissenschaftliche Grundlage, wie sie ihr Pflegepersonal sinnvoll einsetzen können. Bislang basieren die Entscheidungen größtenteils auf Schätzungen zu Arbeitsangebot und -nachfrage. Der Gesundheitspolitik können die Ergebnisse dazu dienen, um Pflegestärkungsfördermittel zielgerichtet einzusetzen.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Jonas Schreyögg
Universität Hamburg
Hamburg Center for Health Economics (HCHE)
Esplanade 36
20354 Hamburg
0049 40 42838 8040
jonas.schreyoegg@uni-hamburg.de

Konsortialpartner

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Techniker Krankenkasse