PräPPS – Prävention der Postsplenektomie-Sepsis bei Patienten mit Asplenie

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Sitz des Antragstellers: Baden-Württemberg
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Die Milz übernimmt wichtige Aufgaben unseres Abwehrsystems. In Deutschland wird bei ca. 8000 Menschen pro Jahr die Milz operativ entfernt, weil sie durch einen Unfall verletzt wurde oder durch Krebs bösartig verändert ist. Diese Patienten haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Infektionen – besonders für Sepsis, besser bekannt als Blutvergiftung. Etwa jeder zweite Patient, der an nach einer Milzoperation an Sepsis erkrankt, verstirbt. Die Überlebenden leiden unter teilweise schweren Verläufen und Folgeschäden. Häufig sind die Lebensqualität und auch die Arbeitsfähigkeit nach einer solchen Sepsis deutlich eingeschränkt. Umso wichtiger ist es, einer Sepsis vorzubeugen. Als präventive Maßnahmen können die Betroffenen eine Reihe von Impfungen erhalten; oft bekommen sie vorsorglich ein Antibiotikum ausgehändigt, das sie im Notfall sofort einnehmen können. Diese Maßnahmen gelangen zurzeit jedoch nicht einheitlich und konsequent zur Anwendung.

Das Projekt PräPPS zielt auf eine deutliche und nachhaltige Verbesserung der Umsetzung der genannten Präventionsmaßnahmen ab. Dafür werden neue, innovative Strategien entwickelt, die die Umsetzung von Vorbeugungsmaßnahmen verbessern sollen. Zunächst wird ein Leitfaden entwickelt, in dem Informationen zum Milzfunktionsverlust und dem damit einhergehenden Infektions- und Sepsisrisiko standardisiert zusammengefasst werden. Die Haus- bzw. Fachärzte von betroffenen Patienten werden telefonisch kontaktiert und bekommen kurze und prägnante Informationsmaterialien zu Vorbeugungsmaßnahmen zugeschickt. Darüber hinaus erhält der betroffene Patient den erarbeiteten Informationsleitfaden. Er wird dadurch befähigt, informierte Entscheidungen zu treffen. Ob es dadurch zu einer konsequenteren Anwendung der Präventionsmaßnahmen kommt, und ob so im Endeffekt weniger Patienten ohne Milz eine Infektion erleiden, das wollen die Forscher statistisch nachweisen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 820.000 Euro gefördert

Im Erfolgsfall erkranken weniger Patienten nach einer Entfernung der Milz an einer Sepsis. Ein solches Vorgehen kann zudem die Lebensqualität von Patienten mit angeborener Asplenie verbessern. Durch die geringere Krankheitslast kann sich auch die Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung verbessern.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Siegbert Rieg
Universitätsklinikum Freiburg
Abteilung Infektiologie, Klinik für Innere Medizin II und Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI)
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg
0049 761 270 18190
siegbert.rieg@uniklinik-freiburg.de

Konsortialpartner

AOK Baden-Württemberg