PRÄZIS – Prävention des Zervixkarzinoms und dessen Vorstufen bei Frauen im Saarland

  • Themenfeld: Einsatz und Verknüpfung von Routinedaten zur Verbesserung der Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Saarland
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

In Deutschland erkranken jährlich deutlich mehr Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) als in europäischen Nachbarstaaten. Eine Infektion mit humanem Papillomvirus, kurz HPV gilt als ein Risikofaktor für die Entstehung dieser Krebsart. Eine Impfung gegen HPV könnte die Erkrankungsgefahr verringern. Neben dieser sogenannten Primärprävention gibt es noch weitere Methoden, die darauf zielen, das Zervixkarzinom und seine Vorstufen möglichst früh zu erkennen und zu behandeln. Experten sprechen in diesem Fall von Sekundärprävention.

Das Projekt PRÄZIS soll erstmalig in der Modellregion Saarland beide Präventionsmaßnahmen systematisch erfassen und miteinander vergleichen. Dafür wird ein neues organisiertes Behandlungsprogramm getestet: Zusätzlich zu den gängigen Kontrolluntersuchungen mit regelmäßigen Gebärmutterhals-Abstrichen testet der Frauenarzt, ob eine Infektion mit HPV vorliegt. Zusammen mit den üblichen Daten, die in der gesetzlichen Krankenversicherung erhoben werden erfolgt ein Abgleich mit Daten aus Krebsregistern, in denen Informationen zu bestimmten Krebserkrankungen gesammelt werden. Die Auswertung ermöglicht konkrete Aussagen, welche Auswirkungen Präventionsmaßnahmen auf das Auftreten des Zervixkarzinoms oder seiner Vorstufen haben. Außerdem können wichtige Faktoren ermittelt werden, die eine Inanspruchnahme von Impfen oder Kontrolluntersuchungen beeinflussen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 510.000 Euro

Mit dem Projekt wird eine solide Grundlage für vorbeugende Maßnahmen bei Gebärmutterhalskrebs geschaffen. Auf dieser Basis können für jede Patientin gezielte Informationen bereitgestellt, die die Teilnahme an Präventionsmaßnahmen steigern könnte. Im Erfolgsfall kann die jährlich steigende Rate an Neuerkrankungen verringert werden.

Ansprechpartner

Prof. Dr.Sigrun Smola
Universität des Saarlandes
Institut für Virologie
Kirrenberger Str. 100
66421 Homburg
0049 6841 1623931
sekretariat.smola@uks.eu

Konsortialpartner

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen mit dem Krebsregister Saarland, Kassenärztliches Vereinigung des Saarlandes, AOK Rheinland‐Pfalz/Saar­land, IKK Südwest, Universität Saarland