PREHAPS – Modell einer phoniatrischen Prehabilitation vor onkologischer Therapie an einem Kopf- und Hals-Tumorzentrum – Eine Proof-of-Concept-Studie

Projektbeschreibung

Kopf- und Halsplattenepithelkarzinome zählen zu den häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen. Besondere Risikofaktoren sind Rauchen und der übermäßige Genuss von Alkohol, sowie Infektionen mit bestimmten krebsverursachenden Krankheitserregern (Humanes Papillomvirus). Die wesentlichen Therapiemöglichkeiten umfassen ein chirurgisches Vorgehen, häufig in Kombination mit einer Strahlentherapie oder die alleinige Strahlentherapie ggf. in Kombination mit einer Chemotherapie. Das Risiko für die Erkrankung nimmt mit dem Alter zu. Mehr als 50 Prozent der Patientinnen und Patienten leiden an einer Schluckstörung, was gemeinsame Mahlzeiten und damit soziales Miteinander erschwert. Darüber hinaus droht Mangelernährung, was zusätzliche Ängste und Depressionen auslösen kann. Aufgrund der Schluckstörung können Nahrungsbestandteile und Flüssigkeiten durch Verschlucken die Lunge schädigen und zu schweren Lungenentzündungen führen. Für eine effektive Therapie der Patientinnen und Patienten mit Kopf- und Halstumoren sind diese Begleiterkrankungen von großer Bedeutung und müssen von Anfang an mitbedacht werden.

Bisher liegt der Fokus auf der Behandlung bereits existenter Schluckstörungen; diese werden durch Rehabilitationsmaßnahmen nach der onkologischen Therapie oft gebessert. Präventive Aspekte sowohl vor als auch während der onkologischen Therapie werden in der klinischen Routine noch nicht ausreichend berücksichtigt.

Im Projekt PREHAPS wird deshalb untersucht, wie Schluckstörungen bereits vor und während der onkologischen Therapie behandelt werden können. Hierzu wird die präventive Wirksamkeit einer eingehenden Diagnostik von Schluckstörungen, einer individuellen Aufklärung und Risikoberatung der Patienten, einer logopädischen Übungsbehandlung und eines Mangelernährungs-Managements ermittelt und in einer Interventionsstudie mit der leitliniengerechten Therapie an einem Kopf- und Hals-Tumorzentrum verglichen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca.  568.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall wird sich die Schluckfunktion der Patientinnen und Patienten verbessern und deren emotionale Belastung reduzieren, so dass die Lebensqualität und Prognose der Betroffenen steigert.

Konsortialpartner

Universität Regensburg