Pro-Kind T2T – Handlungs- und Treat-To-Target (T2T)-Protokolle in der Kinder-Rheumatologie

Projektbeschreibung

Auch Kinder können an Rheuma erkranken, am häufigsten an einer chronisch-entzündlichen Variante, der Juvenilen Idiopathischen Arthritis (JIA). Sie ist zugleich eine der häufigsten Ursachen einer erworbenen Behinderung im Kindes- und Jugendalter. Schätzungsweise 14.000 junge Menschen unter 18 Jahren sind in Deutschland von einer JIA betroffen, und bei mindestens der Hälfte von ihnen bleibt die Erkrankung bis ins Erwachsenenalter behandlungsbedürftig. Die JIA belastet die Betroffenen und ihre Familien und verursacht hohe Kosten im Gesundheitssystem. Forschungsergebnisse zeigen: Je früher behandelt wird, desto wahrscheinlicher spricht die Therapie an und kann das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden.

Ziel des Projekts ist es, das Therapieergebnis durch Anwendung des sogenannten „Treat to Target (T2T)-Konzepts“ zu verbessern. Zu diesem Zweck soll die Versorgung von neu an JIA erkrankten Kindern und Jugendlichen analysiert werden. Das T2T-Konzept beruht darauf, Therapieziele zu definieren. Wird das Ziel innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht erreicht, wird die Therapie geändert oder intensiviert. Dahinter steht die Annahme, dass ein T2T-Vorgehen die Chance auf ein Erreichen einer Remission (Krankheitsfreiheit) unter Therapie und langfristig nach Beendigung der Therapie erhöht, weniger Folgeerkrankungen auftreten, sich die Lebensqualität der Betroffenen verbessert sowie geringere Krankheitskosten entstehen. Die Forschenden werden die Versorgung bei der JIA anhand von primären (Pro-Kind) und sekundären Daten (Vergleichskohorten) von insgesamt ca. 2.000 Kindern durch die medizinischen Fachdisziplinen erfassen und die Erfolge verschiedener Therapieformen miteinander vergleichen, beispielsweise hinsichtlich Remission unter Therapie, Remission nach Beendigung der Therapie, Lebensqualität oder Folgeerkrankungen. Zudem werden die jeweiligen Krankheitskosten analysiert.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 900.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall steht eine Versorgungsstrategie zur Verfügung, die Diagnostik und Therapie nach dem T2T-Konzept zum Standard macht und langfristig zu einer effektiveren und sichereren Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit JIA beiträgt.

Konsortialpartner

Asklepios Klinik Sankt Augustin, BARMER, Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin, Universität Münster

Themenfeld: Themenoffen

Sitz des Antragstellers: Nordrhein-Westfalen

Status: laufend

Kontakt

Prof. Dr. Klaus Tenbrock
Universitätsklinikum Aachen
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
+49 241 8035486
ktenbrock@ukaachen.de