PRO-P – Einfluss elektronischer Patient Reported Outcomes (ePROMs) bei operativer Therapie des Prostatakarzinoms auf den postoperativen Verlauf

Projektbeschreibung

In Deutschland ist Prostatakarzinom die häufigste Tumorerkrankung bei Männern. Bei ca. 25 Prozent der Betroffenen muss die Prostata entfernt werden. Trotz moderner (roboter-unterstützter) OP-Technik kann die Harninkontinenz nach einem solchen Eingriff – besonders bei älteren Patienten - nicht immer vermieden werden. Besonders aber leiden viele Männer trotz nervenerhaltender Operationstechniken unter sexuellen Funktionsstörungen und damit verbunden unter einer Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität.

Bislang werden die subjektiven Patientenangaben bei Routine-Nachsorgen nur unzureichend systematisch erfasst: Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen können deshalb nur schwer gestaltet werden. Die sogenannten PROMs (Patient Reported Outcome Measures) geben wichtige Informationen darüber, wie die Patienten ihren Gesundheitszustand, die Therapieergebnisse und ihre Lebensqualität einschätzen und können auch in elektronischer Form (ePROMs) bei den Patienten abgefragt werden. Ziel des Projekts ist es zu überprüfen, ob die Nachsorge für betroffene Patienten mittels ePROMs und telemedizinischer Intervention verbessert werden kann.

Um dieses Ziel zu erreichen, planen die Forschenden eine multizentrische Studie, in der sie eine Interventionsgruppe und eine Kontrollgruppe miteinander vergleichen. Patienten in der Interventionsgruppe werden aktiv angesprochen: In einer Videosprechstunde wird ihr gesundheitlicher Status abgefragt und dabei wird geklärt, welche weiteren therapeutischen Maßnahmen nötig sind. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe dagegen werden nicht aktiv kontaktiert. Des Weiteren wird untersucht, welche fördernden und hemmenden Faktoren bei der Implementierung der Intervention eine Rolle spielen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 2,4 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können durch die Nutzung von ePROMS frühzeitig Beschwerden bei Patienten festgestellt werden und es kann gezielt eine Behandlung der postoperativen Symptome eingeleitet werden, die dann zur verbesserten Lebensqualität dieser Gruppe führen wird. Die Nachsorge kann strukturiert zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten erfolgen und die Behandlungsergebnisse können in die elektronische Patientenakte integriert werden.

Konsortialpartner

Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Klinikum Dortmund gGmbH, St. Elisabeth-Gruppe GmbH - Katholische Kliniken Rhein-Ruhr, Techniker Krankenkasse, Universität zu Köln, Universitätsklinikum Bonn, Universitätsklinikum Essen, Westfälische Wilhelms-Universität Münster