ProMeKa – Ausmaß und Trends der problematischen Medikation von Benzodiazepinen, Z-Substanzen, Opioid-Analgetika und Antidepressiva bei Kassenpatienten

  • Themenfeld: Einsatz und Verknüpfung von Routinedaten zur Verbesserung der Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Hamburg
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

In Deutschland sind etwa 1,4 bis 2,3 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig. Besonders häufig ist das bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln sowie bei opioidhaltigen Schmerzmitteln der Fall. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass Antidepressiva immer öfter missbräuchlich eingenommen werden.

Das Projekt ProMeKa untersucht die Verschreibung von Medikamenten mit erwiesenem Abhängigkeitspotential und von Antidepressiva: Wie oft und in welchen Dosierungen werden diese Medikamente über lange Zeiträume hinweg verordnet? Verändert sich im Laufe der Zeit die Häufigkeit der Langzeitverordnungen? Welche Patientengruppen sind anfällig für Medikamentenmissbrauch oder ‑abhängigkeit? Das sind drei Fragen, die in diesem Projekt unter anderem beantwortet werden. Gleichzeitig wird geschaut, ob sich Ärztinnen und Ärzte bei der Verschreibung der Medikamente an den Empfehlungen der gängigen Leitlinien orientieren. Insgesamt werden Daten von über 11 Millionen gesetzlich Krankenversicherten ausgewertet. Diese Daten werden zentral über das Norddeutsche Apothekenrechenzentrum zur Verfügung gestellt und decken über 80 Prozent der Apotheken in den vier norddeutschen Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen ab. Das Projekt wird für 27 Monate mit insgesamt ca. 299.000 Euro gefördert.

Das Projekt ist darauf ausgerichtet, nachvollziehbare Einschätzungen und Handlungsempfehlungen zu möglichem Medikamentenmissbrauch zu liefern. Die Projektergebnisse helfen dabei, sinnvolle und wirksame Präventionsmaßnahmen und Handlungsempfehlungen für die Verschreibung von Medikamenten mit Abhängigkeitspotential zu entwickeln.

Ansprechpartner

PD Dr. Uwe Verthein
Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg (ZIS)
Universitätsklinikum Eppendorf, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Martinistr. 52
20246 Hamburg
0049 40 7410 57901
u.verthein@uke.de