PSK – Bedarfsgerechte Versorgung von Pflegeheimbewohnern durch Reduktion Pflegeheim-sensitiver Krankenhausfälle

  • Themenfeld: Bedarfsgerechte Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Nordrhein-Westfalen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland sind älter als 80 Jahre. Ihre Zahl soll sich bis Mitte des Jahrhunderts mehr als verdoppeln. Mit der wachsenden Zahl hochaltriger Menschen nehmen auch gesundheitliche Beeinträchtigungen, altersbedingten Erkrankungen sowie die Pflegebedürftigkeit zu. Etwa ein Drittel aller pflegebedürftigen Menschen in Deutschland wird in Pflegeheimen versorgt. Auch wenn Heimbewohner grundsätzlich einen erhöhten Behandlungsbedarf aufweisen, gelten viele der hier auftretenden Krankenhausbehandlungen als vermeidbar.

Dieses Forschungsprojekt hat das Ziel, einen Katalog zu entwickeln, der mehrheitlich vermeidbare Krankenhausbehandlungen für Heimbewohner aufzeigt. Um die häufigsten Ursachen zu ermitteln, werden zunächst Abrechnungsdaten von Krankenkassen ausgewertet. Die Ergebnisse werden anschließend in einem mehrstufigen Konsensus-Verfahren von Experten bewertet. Im Anschluss soll erarbeitet werden, wie unter Berücksichtigung erforderlicher Ressourcen ein Teil dieser Krankenhausbehandlungen zukünftig verhindert werden könnte. Die Wissenschaftler errechnen zudem, wie viele Kosten eingespart würden, wenn das Vermeidungspotenzial voll ausgeschöpft würde. Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt 398.000 Euro gefördert.

Der zum Projektende veröffentlichte Katalog kann von Krankenkassen genutzt werden, um Vermeidungspotenziale zu identifizieren und zu beziffern. Die Empfehlungen richten sich an Kostenträger, Leistungserbringer und politische Entscheider. Sie können die Empfehlungen nutzen, um die Versorgung von Heimbewohnern zukünftig effizienter und qualitativ besser zu gestalten.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko
Universität Witten/Herdecke
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58448 Witten
+49 2302 926592
Sabine.Bohnet-Joschko@uni-wh.de

Konsortialpartner

OptiMedis AG, Forschungs- und Innovationsverbund an der Evangelischen Hochschule Freiburg e. V., Pflege e. V.