RiDe-PPI – Gesundheitliche Risiken und Determinanten der Dauereinnahme von Protonenpumpeninhibitoren

Projektbeschreibung

Bei Sodbrennen, Geschwüren des Magens und des Zwölffingerdarms oder bei Infektionen mit Helicobacter pylori lindern Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) die Beschwerden, denn diese Medikamente senken die Bildung von Magensäure. Bislang galten sie als nebenwirkungsarm, weshalb sie häufig verschrieben wurden und auch frei verkäuflich in Apotheken erhältlich sind. Fast eine halbe Milliarde Euro jährlich werden mit PPI umgesetzt. Gegenwärtig mehren sich aber in Studien die Hinweise auf erhöhte Risiken, die von einer Langzeiteinnahme von PPI herrühren könnten. Dazu zählen Vitamin- oder Mineralstoffmangel, Infektionen, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Verminderung der Nierenfunktion und Demenz. Jedoch ist die Studienlage nicht eindeutig und zum Teil widersprüchlich, insbesondere hinsichtlich des Risikos für das Auftreten von Herzinfarkt, Schlaganfall und Demenz.

RiDe-PPI soll dazu beitragen, die wissenschaftliche Befundlage zu verbessern. Auf Basis von Abrechnungsdaten der AOK Bayern, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie werden die Risiken von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Demenz unter PPI Einnahme analysiert. Anschließend werden die Ergebnisse mit den bislang publizierten Befunden kombiniert und publiziert. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 737.000 Euro gefördert.

RiDe-PPI wird zu einer besseren Bewertung der Nutzen und Risiken der PPI beitragen und Empfehlungen für die Therapie ableiten.

Konsortialpartner

AOK Bayern, Kassenärztliche Vereinigung Bayerns