RütmuS – Rückentherapie mit multimodaler Schmerztherapie

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Sitz des Antragstellers: Nordrhein-Westfalen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

In Deutschland sind bis zu 85 Prozent der Menschen einmal in ihrem Leben von Rückenschmerzen betroffen. Sie sind ein häufiger Anlass von Arztbesuchen. Bei etwa 25 Prozent der deutschen Bevölkerung diagnostizieren die Ärzte behandlungsdürftige Rückenschmerzen. Zu deren Folgen zählen neben einer eingeschränkten Lebensqualität, eine verminderte Leistungsfähigkeit mit Arbeitsausfällen und Frühberentungen. Die Betroffenen werden oftmals über-, unter- oder fehlversorgt. Dies resultiert unter anderem daraus, dass die Versorgungsbereiche – also haus- und fachärztliche ambulante Versorgung, Krankenhaus, Rehabilitation –  hierzulande noch stark getrennt sind. Neue Modelle der besonderen bzw. integrierten Versorgung sollen durch eine vernetzte, ambulante und stationäre Patientenversorgung diese Situation verbessern.

Der in dem Projekt zu evaluierende Vertrag zur Integrierten Versorgung (IV-Vertrag) von chronisch unspezifischem Rückenschmerz soll die Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen sicherstellen. Es werden aufeinander abgestimmte, patientenindividuelle Leistungen der Schmerztherapie, Neurochirurgie sowie Orthopädie und Physiotherapie erbracht. Das Behandlungsteam aus ärztlichen und nichtärztlichen Therapeuten arbeitet dabei eng zusammen.

Das Projekt untersucht, ob eine multimodale, interdisziplinäre und die Versorgungsbereiche übergreifende Therapie gemäß des IV-Vertrages einer Behandlung der Regelversorgung überlegen ist. Hierzu werden verschiedene klinische und medizinökonomische Parameter erhoben und analysiert. Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 860.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse für die Fortführung und Weiterentwicklung des IV-Vertrages. Darüber hinaus ist eine Übernahme des Versorgungsprogramms in die Regelversorgung denkbar.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Rainer Riedel
Rheinische Fachhochschule Köln
Institut für Medizinökonomie und Medizinische Versorgungsforschung
Schaevenstr. 1 a/b
50676 Köln
0049 221 2032 628
riedel@rfh-koeln.de

Konsortialpartner

MedNetNeuss; BARMER