S3 LL AA – S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Alopecia areata

Projektbeschreibung

In Deutschland leben ca. 2,5 Millionen Menschen, die von einer Alopecia areata (AA) betroffen sind. Die AA ist ein lokal begrenzter, kreisförmiger immun-vermittelter Haarausfall, der schon im Kindes- und Jugendalter akut oder auch chronisch wiederkehrend auftritt und bis zu einem vollständigen Verlust der Kopf-, Gesichts- und Körperhaare führen kann. Der sichtbare Haarverlust ist bei den betroffenen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit enormen emotionalen und psychosozialen Belastungen verbunden, denn sie erkranken in einer prägenden Sozialisierungsphase innerhalb ihres familiären oder gerade entstehenden beruflichen Umfeldes.

Bislang fehlen wissenschaftlich fundierte, diagnostische und therapeutische Empfehlungen zur Behandlung der AA speziell auch für diese Altersgruppen. Abhilfe soll eine sogenannte S3-Leitlinie schaffen, die Ärztinnen und Ärzten als Entscheidungshilfe zur Diagnostik und Therapie der verschiedenen Formen der Alopecia areata dienen kann. Dadurch soll eine Therapie sichergestellt werden, die frühzeitig beginnen kann, und auf die besonderen Bedürfnisse der jungen Patientinnen und Patienten abgestimmt ist.

Die Entwicklung der Leitlinie folgt dem Regelwerk der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Fachgesellschaften (AWMF). Dazu gehören Treffen fachlich besetzter Leitliniengruppen sowie die systematische Recherche, Auswahl und methodische Bewertung von Ergebnissen vorhandener Studien sowie deren Aufbereitung. Darauf basierend folgt die Erstellung erster Textentwürfe der Leitlinien-Kapitel. Die Diskussion und Verabschiedung der Empfehlungen folgt dem Prinzip der strukturierten Konsensfindung. Nach einer externen Begutachtung und Gesamtverabschiedung wird das endgültige Leitliniendokument erstellt. Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 325.000 Euro gefördert.

Nach erfolgreichem Abschluss dieses Prozesses kann die neue Leitlinie dazu beitragen, die Alopecia areata von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen frühzeitig, altersgemäß und optimal zu behandeln.