S3-LL HWI – Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Management bakterieller, ambulant und stationär erworbener Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen

Projektbeschreibung

Antibiotikaresistenzen sind ein zunehmendes globales Problem, das auch in Deutschland zu erheblichen Herausforderungen und Kosten im Gesundheitssystem führt. Der Fachbereich Urologie steht an dritter Stelle bei dem hierzulande verordneten Volumen von Antibiotika. Hier besteht noch ein großes Verbesserungspotenzial im Sinne der „Antibiotic Stewardship“, dem rationalen und verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika. Mit Blick auf einen solchen Einsatz bedarf es aktueller und evidenzbasierter Empfehlungen.

Das Projekt strebt eine Erneuerung der Leitlinie aus dem Jahr 2010 (aktualisiert 2017) zu ambulant und stationär erworbenen Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen an. Insbesondere sollen dabei auch Daten zu Antibiotic Stewardship im ambulanten Bereich zusammengeführt werden. Außerdem wird die Leitlinie auf geriatrische Patientinnen und Patienten sowie Katheter-assoziierte Harnwegsinfektionen ausgeweitet. Begleitend wird mit der Partizipation mindestens einer Patientenvertretung auch eine Patientenleitlinie in laienverständlicher Sprache entworfen.

Einer systematischen Literaturrecherche zu Therapie, Prävention und Management von Harnwegs-erkrankungen folgen eine Aufbereitung der wissenschaftlichen Evidenz sowie deren Evaluation. Danach werden im Rahmen eines Konsensprozesses mit Vertretern themennaher medizinischer Fachgesellschaften die neuen Regelwerk-Leitlinien unter Leitung eines zertifizierten Leitlinienberaters erstellt. Das Projekt wird für eineinhalb Jahre mit ca. 152.000 Euro gefördert.

Die Veröffentlichung der Leitlinie erfolgt auf den Internetseiten der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU). Mit der aktualisierten Leitlinie können Therapie-Optionen bei Harnwegsinfektionen verbessert und das Bewusstsein für die Entstehung von Antibiotikaresistenzen unter praktizierenden Ärztinnen und Ärzten sowie bei Patientinnen und Patienten gestärkt werden.