SCREBEL – Niederschwelliges Screening versus multidimensionales Assessment von Symptomen und psychosozialen Belastungen bei Krebspatienten ab dem Zeitpunkt der Inkurabilität

  • Themenfeld: Bedarfsgerechte Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Niedersachsen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Unheilbar an Krebs erkrankten Menschen kann es helfen, wenn sie bereits frühzeitig palliativmedizinisch mitbetreut werden. Palliativversorgung wirkt sich positiv auf Lebensqualität der Patienten sowie auf ihr soziales Umfeld aus und unterstützt sie dabei, Behandlungs- und Versorgungspräferenzen umzusetzen. Zudem trägt diese Versorgungsform dazu bei, Fehl- und Übertherapie – und somit auch Kosten – zu vermeiden. Unklar ist jedoch, wie am besten der palliativmedizinische Unterstützungsbedarf ermittelt werden kann. Dies ist umso erstaunlicher, als dass Ärzte schätzten, dass etwa 16 Prozent aller Patienten palliativen Unterstützungsbedarf aufweisen.

Ziel des Projektes ist es zu klären, welche unheilbar an Krebs erkrankten Patienten von welchen Maßnahmen, durch wen und ab wann profitieren könnten. Dafür vergleichen die Wissenschaftler zwei verschiedene Verfahren miteinander: ein niederschwelliges Screening (weniger aufwändig) und ein multidimensionales Assessment (aufwändiger).

Sie untersuchen, welchen Einfluss die beiden Verfahren auf die Lebensqualität der Patienten haben. Dafür bestimmen sie Dauer und Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten und palliativmedizinischen bzw. psychosozialen Notfalleinsätzen. Darüber hinaus testen sie, welches Verfahren den palliativmedizinischen Bedarf des Patienten zuverlässiger ermittelt und ob sich die beiden Erfassungsverfahren von früheren Daten unterscheiden. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 566.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall wird für eine bislang wenig erforschte unheilbare Krankheitsphase ein wesentlicher Beitrag zu der Frage geleistet, was eine verbesserte, passgenauere, frühzeitige, strukturierte Palliativversorgung leistet. Zudem werden belastbare Argumente dafür gewonnen, die spezialisierte Palliativversorgung frühzeitig einzubeziehen und somit die Versorgung unheilbar an Krebs erkrankter Menschen zu verbessern.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Bernd Alt-Epping
Universitätsmedizin Göttingen
Klinik für Palliativmedizin
Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen
+49 551 3910513
bernd.alt-epping@med.uni-goettingen.de