VISIT STROKE – Effektivität telemedizinischer Visiten in der stationären Schlaganfallversorgung

Projektbeschreibung

Jährlich erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Eine schnelle Diagnose und angemessene Versorgung ist für die Betroffenen deshalb überlebenswichtig, angesichts des Fachkräftemangels gerade im ländlichen Raum aber oft nur schwer zu gewährleisten. In vielen ländlichen Kliniken ist fachärztliche neurologische Expertise für stationär behandelte Schlaganfallpatientinnen und -patienten nicht kontinuierlich verfügbar. Mit Hilfe von Telemedizin soll das Projekt VISIT STROKE hier Abhilfe schaffen.

Es soll untersucht werden, ob telemedizinische Visiten – d. h. eine unterstützende medizinische Abklärung per Video – bei stationär behandelten Patientinnen und Patienten eine gleichwertige oder sogar bessere Versorgung erlauben als Visiten von Neurologinnen und Neurologen, die vor Ort tätig sind. So könnten mehr Patientinnen und Patienten im ländlichen Raum von der spezialisierten Expertise in der Diagnostik und Behandlung von Schlaganfällen profitieren. Dies würde die Sterblichkeitsrate senken und die Therapie verbessern.

Dazu führen die Projektbeteiligten eine multizentrische Studie mit 523 Patientinnen und Patienten durch, die einen Schlaganfall erlitten haben. Diese werden mittels telemedizinischer Visite und durch Neurologinnen und Neurologen vor Ort untersucht. Unabhängige Expertinnen und Experten überprüfen und vergleichen die fachliche Qualität der Behandlungsempfehlungen aus den telemedizinischen und den Vor-Ort-Visiten miteinander. Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt ca. 493.000 Euro gefördert.

Der Nachweis der Gleichwertigkeit beider Optionen würde es erlauben, die telemedizinische Unterstützung auf die stationäre Schlaganfallbehandlung auszudehnen. Dies wird bisher nur in der Akutversorgung des Schlaganfalls praktiziert, könnte aber dazu beitragen den Mangel an neurologischen Fachkräften im ländlichen Raum zumindest teilweise zu kompensieren.