WASH – Evaluation eines web-assistierten Selbsthilfe-Trainings für Eltern von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung

  • Themenfeld: Verbesserung der Bedarfsgerechtigkeit und/oder Wirtschaftlichkeit der GKV-Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Nordrhein-Westfalen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) zählt zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Zur Behandlung werden Verhaltens- und Pharmakotherapien eingesetzt. Während die Verschreibung von Pharmakotherapien in den vergangenen Jahrzehnten erheblich zugenommen hat, wird die verhaltenstherapeutische Versorgung nur in geringem Maße gewährleistet. Diese stellt jedoch eine zentrale Behandlungskomponente der ADHS-Therapie dar (z.B. im Rahmen von Elterntraining).

Ziel des Projektes ist es, die Wirksamkeit eines neu entwickelten web-assistierten Selbsthilfeprogramms für Eltern von Kindern mit ADHS (ADHS-Elterntrainer) zu überprüfen. Der ADHS-Elterntrainer basiert auf einem etablierten Therapieprogramm. Die Eltern sollen im Rahmen von vier Modulen zu (1) Psychoedukation, (2) Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung, (3) Ressourcenaktivierung und (4) problemfokussierten Interventionen (z. B. Verhaltensprobleme lösen) geschult und unterstützt werden. Durch videounterstützte Beispiele sollen die Eltern angeleitet werden, Interventionen bei Ihrem Kind anzuwenden und den Erfolg zu protokollieren.

Das webbasierte Selbsthilfeprogramm wird im Rahmen der Studie mit der üblichen Routinetherapie verglichen. Eine weitere Interventionsgruppe erhält zusätzlich zum webbasierten Training persönliche telefonische Unterstützung. Die Wirksamkeit der drei Ansätze wird in Hinblick auf Veränderung der ADHS-Symptomatik, Lebensqualität des Kindes, Erziehungsverhalten der Eltern und psychische Belastung der Eltern beurteilt. Die Daten werden mittels Fragebögen erfasst. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 545.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall könnte das webbasierte Training flächendeckend umgesetzt werden. Zudem könnte das Konzept auf Eltern von Jugendlichen mit ADHS sowie auf die Jugendlichen selbst ausgedehnt werden. Das Konzept wäre möglicherweise auf weitere Zielgruppen wie zum Beispiel Eltern von Kindern mit Angststörungen oder depressiven Störungen übertragbar.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Manfred Döpfner
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Uniklinik Köln
Robert-Koch-Str. 10
50931 Köln
0049 0221 4786105
manfred.doepfner@uk-koeln.de